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Richard Nachtigall
2002-2014

DER STERNENHIMMEL IM SEPTEMBER 2014  
Beobachtungstipps:

 

 

Auch wenn in diesem Monat astronomisch der Herbst beginnt, wird der südliche Nachthimmel weiterhin von den Sommersternbilder dominiert. Die uns in den letzten Wochen begleitende  Orientierungsfigur des »Sommerdreiecks«, bestehend aus Deneb (Schwan), Vega (Leier) und Arktur (Adler), überspannt noch immer den Himmel, auch wenn letztgenannter Arktur schon deutlich tiefer steht. Im Osten zeigen sich die ersten Vorboten des Herbsthimmels, allen voran die Sternbilder Pegasus und Andromeda, wobei südwestlich von ihnen das Bild des Wassermanns den Sommer- mit dem Herbsthimmel verbindet und der Steinbock im Süden seine höchste Stellung eingenommen hat.

Im Norden sinkt der Große Bär gen Horizont und das Sternbild Kassiopeia steigt auf. Die Deichsel des Kleinen Wagens (Teil des Kleinen Bären) liegt fast wagerecht über dem Horizont und weist gen Westen. Seine tiefste Stellung erreicht das Sternbild Luchs, wobei ein Teil seiner Sterne unter dem Horizont verschwunden sind.

 

 

DIE PLANETEN  

Der September 2014 ist im Bezug auf die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten kein einfacher Monat, denn man findet sie jeweils in nur geringer Höhe über dem Horizont, was bei Beobachtungen einen freien Blick voraussetzt. Merkur bleibt in diesem Monat unsichtbar. Venus und Jupiter stehen über dem morgendlichen Osthorizont und Mars und Saturn am Abend im Südwesten. Da sich Uranus, der nicht mit bloßem Auge gesehen werden kann, seiner Oppositionsstellung im kommenden Monat nähert, ist er hell genug, um ihn am 10. und 11.09.2014 südlich des hellen Vollmondes zu sehen, wobei jedoch zumindest ein Fernglas benötigt wird.

DER ERDMOND  

zeigt steht am letzten Tag im August beim tief am Abendhimmel stehenden Mars. Am 11. September kann man in einem Fernglas unter unserem Trabanten den Uranus sehen, Mitte des Monats wandert der Mond im Stier entlang der offenen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden, bewegt sich dann zum Jupiter, nähert sich Regulus im Löwen und steht Ende September zunächst zwischen Mars und Saturn und rückt dem roten Planeten am 29. des Monats sogar noch ein Stück näher. Es gibt also in diesem Monat viel zu sehen für die, die den Weg des Mondes an unserem Himmel verfolgen.

 

 

DIE SONNE  

ist auf ihrer scheinbaren Bahn so weit nach Süden gewandert, dass sie am 23. September 2014 um 03.29 Uhr den Himmelsäquator trifft, die Ekliptik diesen also schneidet, und die Mitte der Sonnenscheibe ihn nach Süden hin überquert.

Auf der Nordhalbkugel ist, astronomisch gesehen, Herbstanfang. Unser Zentralgestirn steht zu Beginn des Monats Mittags noch knapp 47 Grad über dem Horizont. Dieser Wert sinkt bis Ende September auf 36 Grad.

 
 
Ich wünsche allen Besuchern
wie immer klare und beeindruckende Sternennächte !
Herzlichst, Ihr Richard Nachtigall.
 
 

Einführung in die Astronomie