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ein Überblick zur Entwicklung unseres astronomischen Weltbildes


vor unserer Zeitrechnung     Beginn der Zeitrechnung     1400     1600     1700    1800    1900     ab 1950

Zeitraum
Ereignis
etwa 2700 v.u.Z.
die meisten Sternbilder des nördlichen Himmels erhalten in Babylon ihre Namen
etwa 900 v.u.Z.
in chinesischen Schriftstücken werden einzelne Sternbilder beschrieben
585 v.u.Z.
Thales von Milet sagt für den 28. Mai eine stattfindende Sonnenfinsternis voraus
etwa 450 v.u.Z.
Philolaos von Kroton behauptet, im Zentrum der Welt läge ein Zentralfeuer, um das sich die Sonne und die Planeten drehen
etwa 370 v.u.Z.
Eudoxos von Knidos entwickelt das Modell einer homozentrischen Sphäre und will damit die Bewegung der Planeten erklären
etwa 350 v.u.Z.
Aristoteles erkennt die Kreisförmigkeit des Erdschattens bei einer Mondfinsternis und leitet daraus die Kugelgestalt der Erde ab
etwa 265 v.u.Z.
Aristarchos von Samos spricht als Erster von einem heliozentrischen Weltbild und benutzt geometrisches Wissen, um die Entfernungen von Sonne und Mond zu bestimmen, er beschriebt zudem die Bewegung der Erde um ihre eigene Achse und die Jahresbahn um die Sonne
etwa 220 v.u.Z.
Eratosthenes erkennt die Neigung der Ekliptik und berechnet den Erdumfang
etwa 150 v.u.Z.
Hipparchos von Nicäa  erstellt den ersten Himmelskatalog und verzeichnet in ihm Helligkeit und Position von Sternen, er erkennt die Präzessionsbewegung der Erde
etwa 150
Claudius Ptolemäus schreibt sein Werk "Syntaxis mathematike" (später "Almagest"), das 13 Bände umfasste, und beschreibt in ihm das astronomische Wissen seiner Zeit, er gilt als Begründer des geozentrischen Weltbildes
829
in Bagdad wird eine Sternwarte eingerichtet
1000
in Kairo wird eine Sternwarte eingerichtet
etwa 1460
Georg Purbach (1423 - 1461) und Johannes Müller (1436 - 1476) aus Königsberg hegen Zweifel am geozentrischen Weltbild, sie zeichnen neue umfangreiche Planetenbeobachtungen auf
1474
Regiomontanus (Johannes Müller) erstellt die ersten Planeten-Ephemeriden und gibt diese zur Veröffentlichung
1543
Nicolaus Copernicus (1473 - 1543), Domherr und Astronom in Frauenburg, begründet in seinem Werk "De revolutionibus orbium coelestium" das heliozentrische Weltbild durch empirische Beobachtungen
1582
Gregorianische Kalenderreform
1584
Der große Mauerquadrant wird in der "Sternenburg" in Dänemark aufgebaut
1588
Der Däne Tycho Brahe (1546 - 1601), einer der bedeuternsten Himmelsbeobachter vor der Erfindung des Teleskops,  versucht einen Brückenschlag zwischen heliozentrischem und geozentrischem Weltbild und scheitert damit
1596
David Fabricius (1564 - 1617) entdeckt die Helligkeitsschwankungen des Sterns Omikron Ceti (Mira)
1600
Giordano Bruno (1548 - 1600) betrachtet das heliozentrische Weltbild als unumstößlich, geht davon aus, dass das Weltall unendlich sei und aus unendlich vielen Sonnen, Planeten und sogar Lebewesen besteht; er wird durch die Inquisition verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt
1608
der Holländer Hans Lippershey (um 1570 - 1619) baut das erste optische Fernrohr
1609 - 1619
Johannes Kepler (1571 - 1630) entwickelt seine 3 grundlegenden Gesetze der Planetenbewegung, die er auf mathematische Berechnungen zurückführt 
1609
Galileo Galilei (1564 - 1642), Professor für Mathematik und Astronomie in Padua,  benutzt als Erster ein Fernrohr zur astronomischen Beobachtung; zu seinen Entdeckungen zählen die vier hellsten Jupitermonde, Einzelheiten auf der Mondoberfläche, Sonnenflecken und die Phasenerscheinung des Planeten Venus; er vertritt strikt das heliozentrische Weltbild und kommt dafür vor die Inquisition
1612
Simon Marius (1573 - 1624) beschreibt als Erster den Andromedanebel im Sternbild Andromeda
1618
Johann Baptist Cysat (1585 - 1657) beschreibt als Erster den Orionnebel
1633
Rene Descartes (1596 - 1650) behauptet, das Universum sei ein Ergebnis von natürlichen Entwicklungsprozessen
1642
die Sternwarte in Kopenhagen wird errichtet
1660
James Gregory (1638 - 1675) entwickelt das erste Spiegelteleskop
1667
die Sternwarte in Paris wird errichtet
1669
Jean Picard (1620 - 1682) kann durch eine Gradmessung in Paris einen sehr genauen Erdumfang angeben
1671
Giovanni Domenico Cassini (1625 - 1712) bestimmt die Abplattung der Erde, entdeckt vier Saturnmonde und die Hauptseilung des Saturnringes
1673
Christian Huygens (1629 - 1695) baut die erste, äußerst genau gehende Pendeluhr
1675
Das Observatorium in Greenwich entsteht
1676
Olaf Römer (1644 - 1710) benutzt die Verfinsterung einzelner Jupitermonde für die Berechnung der Lichtgeschwindigkeit
1679
Edmund Halley (1656 - 1742) erstellt den ersten Sternenkatalog des Südhimmels 
1681
Georg Samuel Dörfel (1643 - 1688) kann nachweisen, dass Kometen auf einer Parabel um die Sonne (als Brennpunkt) wandern 
1687
Isaac Newton (1643 - 1727), Professor für Mathematik in Cambridge, erklärt die Planetenbewegungen durch sein Gravitationsgesetz und veröffentlich dies in seinem Werk "Philosophiae naturalis principia mathematica"
1700
eine Sternwarte in Berlin entsteht
1706
Edmund Halley  nutzt Newtons Gravitationsgesetz und ist in der Lage, die Bahnen von Kometen zu berechnen, er stößt dabei auf den nach ihm benannten Kometen und dessen Wiedererscheinen im Jahr 1758
1716
Edmund Halley kann die Eigenbewegung der Fixsterne beschreiben
1747
James Bradley (1693 - 1762) beschreibt die Nutation
1755
Immanuel Kant (1724 - 1804) schließt aus dem Gravitationsgesetzen die natürliche Entstehung der Himmelskörper und spricht von gesetzmäßigen Entwicklungen
1781
Friedrich Wilhelm Herschel (1738 - 1822) entdeckt den Planeten Uranus
1782
Herschel erstellt einen Doppelsternkatalog und entdeckt die Eigenbewegung der Sonne
1784
Herschel beschreibt den theoretischen Aufbau der Milchstraße
1784
Charles Messier (1730 - 1817) erstellt ein Verzeichnis von 103 "nebligen" Objekten, um sie nicht weiterhin mit Kometen verwechseln zu müssen, 61 dieser Objekte wurden von ihm selbst entdeckt,  Messier-Katalog
1785
John Goodricke (1764 - 1786) entdeckt Helligkeitsschwankungen bei d Cephei
1794
Ernst Florenz Friedrich Chladni (1756 - 1827) kann den Ursprung der Meteoriten beschreiben und weist ihnen einen extraterrestrischen Ursprung nach
1796
Pierre Simon Laplace (1749 - 1827) stellt die Theorie auf, die Planeten sei aus abgestoßener Materie der Sonne entstanden
1799
Alexander von Humboldt (1769 - 1859) beschreibt seine Beobachtungen des Meteorstroms der Leoniden
1801
Giuseppe Piazzi (1746 - 1826), Astronom in Palermo, entdeckt am 1. Januar "Ceres", den ersten Planetoiden
1802
Heinrich Wilhelm Matthäus Olbers (1758 - 1840) entdeckt den zweiten Planetoiden - Pallas
1803
Herschel erkennt die Natur physischer Doppelsterne
1804
Karl Ludwig Harding (1765 - 1834) entdeckt den Planetoiden Juno
1807
Olbers entdeckt den Planetoiden Vesta
1809
Karl Friedrich Gauß (1777-1855) veröffentlicht seine grundlegende Methode zur Berechnung von Planetenbahnen in seinem Werk "Theoria motus corporum coelestium"
1814
der Münchner Joseph von Fraunhofer (1787 - 1826) schickt das Sonnenlicht durch ein Spektrum und findet über 500 Absorptionslinien
1821
Friedrich Wilhelm Bessel (1784 - 1846) aus Königsberg bestimmt Positionen von 32 000 Sternen im äquatorialen Koordinatensystem
1843
Friedrich Georg Wilhelm Struve (1793 - 1864) kann die Parallaxe des Sterns a Lyrae nachweisen
1838
Bessel und weitere Astronomen können erneut Parallaxen von Sternen berechnen, wodurch die Verschiedenheit ihrer räumlichen Anordnung nachgewiesen wird
1841
Bessel bestimmt die Dimensionen des Erdkörpers
1842
Christian Doppler (1803 - 1853) veröffentlicht sein Prinzip der scheinbaren Frequenzänderung bei sich bewegenden Schall- und Lichtquellen
1843
Samuel Heinrich Schwabe (1789 - 1875) entdeckt in der Sonnenfleckenhäufigkeit einen Zyklus, eine Periodizität
1845
Lord Rosse (1800 - 1867) kann die Struktur der Spiralnebel erkennen
1846
Johann Gottfried Galle (1812 - 1910) entdeckt, auf einer des Franzosen Urbain Le Verrier (1811 - 1877) basierenden Störungsberechnung der Uranusbahn, optisch den Planeten Neptun
1851
Jean Bernard Léon Foucault (1819 - 1868) führt seinen berühmten Pendelversuch erstmalig durch
1850
George Phillips Bond (1825? - 1865) fotografiert als Erster die Sterne
1859
Gustav Robert Kirchhoff (1824 - 1887) und Robert Wilhelm Bunsen (1811 - 1899) begründen das Prinzip der Spektralanalyse
1861
Karl Friedrich Zöllner (1834 - 1882) kann mit seiner Erfindung des Astrophotometers die Intensität des Sternenlichtes messen
1877
Asaph Hall (1829 - 1907) entdeckt die beiden Marsmonde
1906
Karl Schwarzschild (1873 - 1916) stellt eine Theorie über Sternatmosphären auf
1908
George Ellery Hale (1868 - 1938) entdeckt Magnetfelder bei den Sonnenflecken
1913
Henry Norris Russell (1877 - 1957) stellt einen Zusammenhang der Zustandsgrößen von Sternen in seinem berühmten "Herzsprung Russel Diagramm" dar
1915
Albert Einstein (1879 - 1955) veröffentlicht die "Allgemeine Relativitätstheorie"
1917
Einstein erstellt die Theorie einen statischen Universums
1918
Harlow Shapley (1885 - 1972) kann durch die Untersuchung der räumlichen Verteilung von Kugelsternhaufen die Struktur der Milchstraße genauer erklären
1922
Alexander Friedmann (1888 - 1925) spricht, basierend auf der Relativitätstheorie, vom Evolutionskosmos
1923
Edwin Powell Hubble (1889 - 1953) misst die Entfernung anderer Galaxien
1927
Arthur Stanley Eddington (1882 - 1944) erstellt eine Theorie über den inneren Aufbau von Sternen
1929
Hubble entdeckt die Rotverschiebung und schließt auf eine Expansion des Alls
1930
Clyde William Tombaugh (1906 - 1997) entdeckt auf einem Foto den Planeten Pluto
1931
Bernhard Schmidt (1879 - 1935) stellt ein Spiegelteleskop her, dass komafreie Abbildungen großer Felder ermöglicht
1932
Karl Guthe Jansky (1905 - 1950) entdeckt die Radiostrahlung kosmischer Objekte
1838
Hans Albrecht Bethe (1906 - 2005) und Carl Friedrich von Weizsäcker (geb. 1912) erklären die Energiegewinnung der Sterne durch Kernreaktionen in deren Inneren
1952
Martin Schwarzschild (1912 - 1997) und Allan Rex Sandage (geb. 1926) gelingt der Nachweis, dass Rote Riesen eine Ergebnis der Sternenentwicklung sind
1963
Maarten Schmidt (geb. 1929) entdeckt den ersten Quasar
1967
Antony Hewish (geb. 1924) und Susan Jocelyn Bell Burnell (geb. 1943) entdecken den ersten Pulsar
1969
es gelingt, organische Moleküle im interstellaren Raum nachzuweisen

Zu späteren Entwicklungen folgt demnächst eine weitere Seite !

 

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Berlin, im September 2002