Was sehen wir Mitte Juni am Sternenhimmel?
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Das
Sternbild Bärenhüter
oder
Bootes wird in der Mythologie als Sohn der Kallisto beschrieben.
Sein Hauptstern ist Arktur,
den der französische Astrologe J.B. Morin 1635 als ersten Stern auch
am Tageshimmel beobachtete. Morin war ein Zeitgenosse Galileo
Galileis und muss tatsächlich noch als Astrologe seiner Zeit
bezeichnet werden. Ludwig der XIV. gehörte zu denen, die von ihm ein
Horoskop erstellt bekamen.
Arktur
strahlt auffallend orange, ist rund 26 mal größer als unsere Sonne,
zählt zu den Riesen und ist uns mit einer Entfernung von 34
Lichtjahren sehr nah. Seine starke Eigenbewegung fiel schon Halley
im Jahre 1717 auf. Innerhalb von 800 Jahren verändert er seine
Position an unserem Himmel auf einer Strecke des scheinbaren
Monddurchmessers !
E
Boo
(Izar),
ein gelblicher Stern, besitzt in 3"
Entfernung einen bläulichen Begleiter (Fernrohrobjekt !)
und ist gleichzeitig ein spektroskopischer Doppelstern.
Wir blicken also auf ein Dreifachsystem.
Siehe auch
Doppelsterne.
Izar ist rund 200 Lichtjahre entfernt.
Alkalurops,
m
Bootis,
ist ebenfalls ein Dreifachsystem.
Sein Begleiter steht im 109 " Abstand zu ihm und ist seinerseits ein
physischer Doppelstern. Letztere umkreisen sich in einem Zeitraum
von 260 Jahren einmal - sind aber, auf Grund ihrer geringen Distanz
von nur 2", für die meisten kleineren Amateurteleskop nicht zu
trennen. Als Trostpflaster dient NGC 5466,
ein Kugelsternhaufen, der sich für die Fernrohrbeobachtung durchaus
eignet. Er ist rund 47 000 Lichtjahre von uns entfernt.

Nördlich des Arktur findet sich im
Sternbild der Jagdhunde,
an der Grenze zu den Sternbildern Bootes und
Haar der Berenike, der
Kugelsternhaufen
M
3 (siehe Sternkarte Bootes).
Er zählt zu den schönsten Vertretern seiner Art und kann unter guten
Bedingungen auch schon im Fernglas gefunden werden. Um ihn, zumindest zu
einem Teil, in Einzelsterne auflösen zu können, benötigt man aber
mindestens ein 115 mm Teleskop und eine Vergrößerung ab dem 100fachen.
Bei steigendem Objektivdurchmesser und stärkeren Vergrößerungen
erblicken wir letztlich eine atemberaubende Auflösung in unzählige
Einzelsterne, die das gesamte Gesichtsfeld einnehmen und um ein helles
und sehr dichtes Kerngebiet verteilt sind. M 3 ist rund 35 000
Lichtjahre von uns entfernt und wurde 1764 von Charles Messier selbst
entdeckt. Man geht heute davon aus, dass der Kugelsternhaufen mehr als
eine halbe Million Sterne in sich vereinigt von denen einige zu den
Veränderlichen des Typs RR-Lyrae gezählt werden.
Im
Sternbild der
Schlange,
das das einzige Sternbild an unserem Himmel ist, welches aus
zwei Teilen besteht, sei auf drei Objekte hingewiesen:
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den Doppelstern
d
Serpentis
(im "Kopf" des Tieres), der in zwei fast gleich helle
gelbliche Sterne aufgelöst werden kann - und auf den
Kugelsternhaufen
M5,
der bereits in mittleren
Teleskopen an den Rändern in Einzelsterne auflösbar ist.
Er wurde 1705 von
Gottfried Kirch entdeckt.
M5
liegt wieder im "Kopf" des Sternbildes und zeigt sich
uns in einem Anblick, der den Sternenreichtum dieser
Sonnenansammlung, die rund 27 000 Lichtjahre von uns entfernt
ist, nur erahnen lässt. |
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Quelle: Hubble Teleskop |
Als dritte
Sehenswürdigkeit möchte ich Ihnen
M16
empfehlen, auch wenn es das weitaus
schwierigste Objekt ist. M 16 wird auch als
Adlernebel
bezeichnet und stellt eine 8000 Lichtjahre entfernte
Ansammlung von Gas und Staub dar. Die Wolke gilt als Gebiet, in
dem neue Sterne "geboren" werden.
Bei ihrer Betrachtung sollten Sie immer kleinere Vergrößerungen
in einem großen Instrument verwenden. Bei etwa 115 mm
Objektivdurchmesser erblicken Sie einen schwach leuchtenden und
diffusen Fleck. Erst ab 200 mm Instrumenten zeigt sich M 16 als
Nebel von sehr feiner Struktur, in dessen Innern bis zu 20
Sterne gesehen werden können. |
Im
Sternbild Schlangenträger
finden sich
M9,
M10
und
M12.
Der Kugelsternhaufen
M9
liegt nur 7000 Lichtjahren vom Zentrum
unserer Galaxis entfernt. Der Abstand zu uns beträgt
jedoch fast das 4fache - 26 000 Lichtjahre. In
Wirklichkeit leuchtet M 9 so hell wie 60 000 unserer
Sonnen ! Schon im Fernglas erkennt man eine runde Form,
die bis in die Randgebiete gleichmäßig hell erscheint.
In größeren Teleskopen (ab 200 mm Objektivdurchmesser)
kann man im Randgebiet einzelne Sterne auflösen.
M10,
ebenfalls ein Kugelsternhaufen, befindet sich fast in
der Mitte des Sternbildes und ist rund 19 000 Lichtjahre
von uns entfernt.
Nur 2000 Lichtjahre von ihm gelegen findet sich
M12,
ein Kugelsternhaufen, der auf Grund seiner geringen
Dichte schon in kleineren Teleskopen in Einzelsterne
aufgelöst werden kann.
Aufsuchkarten für
Objekte im Sternbild Schlange und Schlangenträger
Die
Sternhaufen M 13 und M 92
im
Sternbild Herkules
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Zu den schönsten Objekten an unserem Nachthimmel gehören zweifellos
die beiden Sternhaufen M 13 und M 92 im Bild des Herkules.
Sie sind nicht nur für Fernglasbenutzer ein leicht zu beobachtendes
Objekt, sondern bieten gerade mit zunehmenden Vergrößerungen einen
immer wieder neuen und gleichsam eindrucksvolleren Anblick.

M13 stellt den hellsten Sternhaufen am nördlichen Himmel dar und ist
rund 22 000 Lichtjahre von uns entfernt. Edmund Halley entdeckte ihn
im Jahr 1714 (sah allerdings wie auch Messier einige Jahre später
nur einen Nebelfleck ohne Sterne) und behauptete sogar, ihn mit
bloßem Auge sehen zu können, was uns in atmosphärisch günstigen
Gegenden auch heute noch gelingen kann. Mit einer Helligkeit von 5,m9
an unserem Himmel liegt er aber genau an der Grenze zur Sichtbarkeit
für unser Augen. Ich empfehle deshalb zumindest ein Fernglas,
mit dem man das Objekt ohne große Schwierigkeiten als weiße Kugel
ausmachen kann. M 13 liegt genau zwischen den Sternen
h
und z
Herkulis. In kleineren Teleskopen erscheint er uns als Nebelfleck,
besitzt man aber ein Teleskop mit mindestens 10 cm Öffnung, kann man
das Randgebiet dieses Sternhaufens sogar in Einzelsterne auflösen.
Die Zahl der so nicht zu trennenden Sterne in seinem leuchtenden
Kerngebiet beläuft sich auf etwa 50 000 Mitglieder, manche
Wissenschaftler sprechen sogar von einer halben Million. Wem größere
Beobachtungsgeräte zur Verfügung stehen, kann sich M 13 in das
gesamte Gesichtsfeld holen und einen der schönsten Anblicke an
unserem Nachthimmel erleben ! Sein tatsächlicher Durchmesser
wird auf 160 Lichtjahre geschätzt !

Der zweite Kugelsternhaufen - M 92 - ist knapp 3000 Lichtjahre
weiter entfernt und bietet einen ähnlich schönen Anblick. Er liegt
zwischen den Sternen
i
und
h
Herculis
und ist mit einer Helligkeit
von 6,m5
etwas lichtschwächer als M 13. Im Fernglas ähnelt er in seiner Form
stark seinem Kollegen und erst bei stärkeren Instrumenten wird
deutlich, dass sein Kern viel dichter ist und die Auflösung in
Einzelsterne ungleich schwieriger wird. Um Sterne tatsächlich
herauslösen zu können, benötigt man schon ein Instrument von 20 cm
Objektivdurchmesser und eine mindestens 140fache Vergrößerung. Alles
was darüber hinaus geht verschönert den Anblick noch um ein
Vielfaches. Entdeckt wurde M 92 von
Bode
im Jahre 1777. In jüngster Vergangenheit fand man in ihm eine ganze
Reihe von Veränderlichen des Typs RR-Lyrae.
Der Sternhaufen vereinigt in sich rund 140 000 Sonnenmassen
und die Leuchtkraft
von rund 250 000 unserer Zentralgestirne. Sein Alter wird auf 15
Milliarden Jahre geschätzt.
Die meisten Kugelsternhaufen
sind sehr weit von uns entfernt, selbst der uns nächste, M 4, bringt
es noch auf rund 7000 Lichtjahre. Bis heute kennt man etwa 125
Vertreter, die das Zentrum unserer Milchstraße in einer Art riesigen
kugelförmigen Wolke
mit einer Ausdehnung
von 150 000 Lichtjahren umkreisen.
Befände sich unsere Erde inmitten eines solchen Kugelhaufens, so
stünden an unserem Nachthimmel Abertausende von Sternen, die so hell
wie den Venus wären und viele weitere, die die Helligkeit eines
Sirius erreichten ! Welch eine Vorstellung !
Inspiriert von der Vielzahl der Sterne auf einem, im kosmischen
Maßstab, engen Raum, nahmen amerikanische Wissenschaftler die
erhöhte Wahrscheinlichkeit von sich dort befindlichen
Planetensystemen zum Anlass, ein Radiofunksignal - einen
interstellaren Gruß in Richtung M 13 zu schicken. Berücksichtigt man
allerdings, dass wir auf eine eventuelle Antwort rund 50 000 Jahre
warten müssen, bleibt dieser Versuch einer Kontaktaufnahme jedoch
eher von symbolischer Natur.
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Vergrößerung
der Sternkarte: Bild anklicken
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Das
Sternbild
Schütze
gehört
zu den Tierkreisbildern, da es sich entlang
der Ekliptik erstreckt. Allerdings liegt das
Bild an der beinahe tiefsten Stelle der scheinbaren
Sonnebahn und klettert aus diesem Grund in unseren
Breiten nur wenige Grad über den Horizont und
ist für uns nicht vollständig zu sehen. Auch
der Hauptstern,
Rukbat,
liegt zu tief in diesem Sternbild und kann nur
an der südlichen Halbkugel beobachtet werden.
Schauen unsere Augen auf den Schützen, so blicken
sie zum einen auf den breitesten und hellsten
Teil unserer Milchstraße, aber auch in Richtung
des Zentrums unserer Galaxis, das sich in diesem
Sternbild (von der Erde aus optisch) befindet.
Dunkelwolken verhindern jedoch eine direkte
visuelle Beobachtung dieses Gebietes.
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In
der Mythologie gilt diese Figur als Erfinder von Pfeil und Bogen und
wird oft mit Pferdefüßen und Schweif dargestellt. Zudem sagte man ihm
nach, ein großer Bewunderer der Musen zu sein, deren Gesang er
bewunderte und genoss. Aus Dankbarkeit gegenüber dem Zuhören versetzen
jene Wesen ihn an den Himmel.
| die
Milchstraße |
ein absolutes Muss ! |
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| M8 |
planetarischer Nebel (Lagunennebel) |
5200
Lichtjahre entfernt, Ort von Sternengeburten |
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| M22 |
Kugelsternhaufen |
9800
Lichtjahre entfernt, enthält 100e von Sternen |
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| M23 |
offener Sternhaufen |
2150
Lichtjahr entfernt |
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| M25 |
offener Sternhaufen |
1800
Lichtjahre entfernt, Durchmesser: 20 Lichtjahre |
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| M8 |
Zweiteilung
und eingebettet Sterne werden sichtbar |
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| M20 |
planetarischer
Nebel (Trifidnebel) |
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| M17 |
planetarsicher
Nebel (Omeganebel) |
5700
Lichtjahre entfernt, im Aussehen einem Kometen ähnlich |
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| M54 |
Kugelsternhaufen |
50
000 Lichtjahr entfernt |
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Kommen
wir noch auf
das
Sternbild Skorpion,
das in
unseren Breiten, ebenso wie der
Schütze,
extrem horizontnah steht und deshalb schwierig zu beobachten ist.
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Vergrößerung der Sternkarte: Bild anklicken
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Hauptstern dieser Formation ist
Antares,
was übersetzt "Gegenmars" bedeutet, da er dem Planeten am
Himmel sehr ähnlich sieht. Aber auch wenn Antares in seiner
rötlichen Färbung, die durch das atmosphärische Flimmern
nahe des Horizontes noch verstärkt wird, dem Mars ähnelt, so
strahlt er doch ungleich unruhiger als sein
Planetenvertreter aus unserem Sonnensystem.
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Antares
gehört zu den Überreisen und ist sogar etwas heißer als Beteigeuze
im Orion. Etwa 7000 unserer Sonne würden gemeinsam die
Leuchtkraft dieses rund 330 Lichtjahre entfernten Sterns
erreichen. Da er sich nahe der Bahn des Mondes an unserem Himmel
befindet, kommt es oft zu schönen Treffen mit dem Erdtrabanten.
Der Skorpion ist reich an Veränderlichen und beherbergt eine
ganze Reihe von Sternhaufen. Das Aufsuchen dieser Objekte setzt
allerdings einige Erfahrung mit astronomischer Beobachtung und
einen sehr günstigen Beobachtungsplatz voraus. |
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M4 |
Kugelsternhaufen |
6000 Lichtjahre entfernt |
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der erdnächste Kugelsternhaufen |
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M6 |
offener Sternhaufen |
2000 Lichtjahre entfernt |
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Ausdehnung der beträgt rund 9 Lichtjahre (Schmetterlingshaufen) |
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M7 |
offener Sternhaufen |
800 Lichtjahre entfernt |
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enthält etwa 60 Sterne zwischen der 6. und 10. Helligkeitsklasse |
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M62 |
Kugelsternhaufen |
26 000 Lichtjahre entfernt |
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liegt 7 Grad südlich von Antares |
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M80 |
Kugelsternhaufen |
36 000 Lichtjahre entfernt |
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Durchmesser liegt bei 50 Lichtjahren |
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Beobachtungsmöglichkeiten und Positionskarten
finden sie unter:
und 
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