Das Wintersechseck,
bestehend aus Kapella,
Aldebaran,
Rigel,
Sirius,
Prokyon,
sowie Kastor und Pollux,
strahlt
in seiner ganzen Pracht und zieht bis Mitternacht ganz in den
Süden.

Im
Fuhrmann steht Kapella,
hoch im Zenit, die aus zwei nah beieinander stehenden gelben
Riesensternen besteht. Beide übertreffen in ihrer Größe unsere
Sonne um das Mehrfache. Ihre Entfernung zueinander entspricht
fast der Erdumlaufbahn, woran man erkennen kann, wie nah sie
sich sind. Einer der beiden Sterne (Kapella B) leuchtet 70 mal,
der andere (Kapella A) sogar fast 110 mal heller als unser Zentralgestirn.
Man stelle sich diesen Anblick vor ! Von der Erde aus stoßen
auch die größten Teleskope, die Trennung der beiden Komponenten
betreffend, an die Grenzen ihres Auflösungsvermögens. Die Umlaufzeit
dieses Systems beträgt etwa 104 Tage. Im Fuhrmann gibt es auch
einige sehenswerte offene Sternhaufen:
M36,
M37, M38.
Insgesamt
zählen zu diesen Sternhaufen
etwa 350 Sterne. M36
ist 4100 Lichtjahre, M37
4700 Lichtjahre und M38 4200
Lichtjahre von uns entfernt.

Dem
Sternbild des Orion wird unter "Der Orion" ausführlich
beschrieben.
Im
Stier finden wir den rot und hell leuchtenden Augenstern Aldebaran,
einen unregelmäßig veränderlichen Roten Riesen, der vom offenen
Sternhaufens der Hyaden
eingebettet
wird, zu denen er selbst aber nicht gehört. Die Sterne des offenen
Sternhaufens der Hyaden
sind in der Form eines V angeordnet und stellen im Bild des
Stieres den Kopf dar. Im Fernglas, dass sich zur Beobachtung
besonders eignet, werden natürlich nicht alle rund 250 Mitgliedsterne
sichtbar. Einige sind einfach nicht hell genug. Aldebaran ist
rund 65 Lichtjahre von uns entfernt und ist in seiner Masse
36 mal größer als unsere Sonne. Sein Name bedeutet "der
Nachfolgende", was sich auf den offenen Sternhaufen der
Plejaden bezieht.
Beim "Siebengestirn" (älterer deutscher Name ist Glucke)
handelt es sich um eine Sternenansammlung, welches nicht nur
gut zu beobachtenden ist, sondern auch einen unvergleichlichen
Augenschmaus bietet.
Genauere
Erläuterung zu den Plejaden finden Sie unter:
Die Plejaden
!
Der
Stier beinhaltet noch etwas Sehenswertes, wenngleich es sehr
schwierig zu beobachten ist - den Krebsnebel.
Er ist ein Überrest eines Supernovaausbruchs im Jahre 1054.
Das noch heute expandierende Gasgebilde ist rund 6300 Lichtjahre
entfernt und ist historisch aber auch deshalb interessant, da
er für Messier der Anlass war, einen Katalog der Nebel und Sternhaufen
zu erstellen. 1758 war Messier auf der Suche nach dem Halleyschen
Kometen und hätte ihn fast mit dem Krebsnebel verwechselt. Dies
machte den Astronomen so wütend, dass er beschloss, eine Liste
zu erarbeiten, um weitere Missverständnisse auszuschließen.
Bezeichnender Weise erhielt der Krebsnebel in diesem berühmten
Katalog die Nummer M 1.
Zuletzt
sei noch auf 2 Doppelsterne hingewiesen. Da ist zum einen Sigma-Tauri,
dessen Komponenten in einem nur geringem Abstand von 431 Bogensekunden
zueinander stehen, was sie auch für das bloße Auge trennbar
macht. Zum anderen können Sie Ihr Fernglas auf Tau-Tauri
richten
- ein Sternenpärchen, dass physisch mit einem Abstand von 63
Bogensekunden zueinander an unserm Himmel steht. Beide Sterne
sind rund 490 Lichtjahre von uns entfernt.

Fast
gleißend hell steht über dem Horizont Sirius,
Hauptstern des Großen Hundes und hellster Stern des Himmels.
Aber er ist nicht nur sehr hell, sondern uns auch sehr nah -
seine Entfernung beträgt nur rund 8,6 Lichtjahre. In Masse und
Temperatur verdoppelt er die Eigenschaften unserer Sonne, in
seiner Leuchtkraft übertrifft er sie sogar um das 24fache. 1844
bemerkte der deutsche Astronom F.W. Bessel eine Pendelbewegung
dieses Sterns und vermutete eine bis dahin unbekannten Begleiter.
Im Jahre 1862 gelang dem amerikanischen Optiker Alvan Clark
der visuelle Nachweis. Sirius B ist ein weißer Zwerg (der Erste,
den man je gefunden hatte) und wird für kleinere Fernrohre erst
2019 wieder ein lohnendes Objekt, denn zu diesem Zeitpunkt erreicht
er erneut seine größte Entfernung zu Sirius. Südlich findet
sich M41, ein offener Sternhaufen, der etwa 2350 Lichtjahre
entfernt ist, also nicht gerade ein Nachbar von Sirius ist.
Westlich
steht groß der Walfisch, dessen Hauptstern Menkar über 130 Lichtjahre
von uns entfernt ist und 94 mal heller als unsere Sonne strahlt.
Im Walfisch finden wir auch Mira,
den bekannten Veränderlichen. Mira, was "die Wunderbare"
bedeutet, zählt zu den langperiodisch-veränderlichen roten Riesensternen
und wurde von David Fabricius im August 1596 erstmals als Veränderlicher
beschrieben. Der Stern ist rund 400 Lichtjahre entfernt und
schwankt in seiner 332tägigen Periode in der Helligkeit zwischen
3,4 und 9,2 - manchmal sogar von 2mag ! Sein Durchmesser wächst
dabei vom 300- auf das 400fache unserer Sonne.

Ein
weiteres Objekt, das man schon in kleineren Instrumenten sehr
schön beobachten kann, ist die Galaxie M 77,
welche sich 1 Grad südlich von Delta
Ceti befindet. Das 60 Millionen Lichtjahre entfernte und an
unserem Himmel rund 9mag helle Sternensystem zeigt uns deutlich
seine Spiralstruktur und eine helles Kerngebiet. Ab einer Instrumentenöffnung
von 150mm bietet sich uns ein unvergesslicher Anblick dieses
so fernen Objektes.
Im
alten Ägypten sah man am Himmel übrigens keinen Walfisch, sondern
deutete diese Sternenformation landestypisch als Krokodil.
Südwestlich
steht Eridanus, dessen Name auf den Fluss Eridanos der griechischen
Mythologie zurückgeht. Der recht komplizierte Verlauf, welcher
sich bis auf den Südhimmel erstreckt, ist auch für den Profi
oft nur schwer zu erkennen, zumal der bei uns sichtbare Teil
nicht gerade der eindrucksvollere ist. Als Hauptstern trägt
Eridanus den Stern Achernar. Er strahlt bläulich - weiß und
übertrifft die Leuchtkraft unserer Sonne um das 650fache.
Östlich
des Eridanus findet sich das Bild des Hasen, dass zur winterlichen
"Jagdkonstellation" (Orion, Großer und Kleiner Hund)
gehört. Hauptstern des Hasen ist Arneb (arab. Hase), der rund
400 Lichtjahre von uns entfernt ist.
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