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Im
Sternbild des Orion (Abk. Ori
- lat. Genitiv: Orionis)
finden sich eine ganze Zahl von bemerkenswerten Objekten, die man
teilweise schon im Fernrohr oder Fernglas beobachten kann.
Der
hellster Stern in dieser Figur ist bOri,
der den Namen Rigel
trägt. Er gehört zum
Wintersechseck.
Dieser hellblau/weiß leuchtende Stern ist knapp 770 Lichtjahre von
uns entfernt. Er strahlt 57 000 mal mehr Licht ab als unsere Sonne
und an seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von rund 13 000 Kelvin.
Seine Helligkeit liegt aber nicht nur an seiner Leuchtkraft, sondern
auch darin begründet, dass Rigel zu den Überriesen gehört. Er ist
etwa 40 mal größer als unsere Sonne ! Rigel bildet einen Dreifachstern.
In einem mittleren Fernrohr kann man in 9,2" Entfernung das zweite
Mitglied erkennen - einen weißen Stern der 7. Größenklasse. Der Begleiter
ist wiederum ein spektroskopischer Doppelstern (also ohne technische
Hilfsmittel nicht zu erkennen) und besitzt eine Umlaufzeit von 9,86
Tagen. Die ersten beiden Komponenten konnte schon F.W. Herschel 1791
trennen. Der große Helligkeitsunterschied verlangt allerdings etwas
Geduld beim Aufsuchen.
Den
linken Kniestern bildet Saiph (das Schwert), der eine Helligkeit von
2m,1 besitzt und ebenfalls ein Überriese mit einer Temperatur
von 25 000 K ist.
k k Ori,
so die astronomische Bezeichnung, ist 750 Lichtjahre weit weg und
gehört zum Spektraltyp BO.5.
Die Schultern des Orion bestehen aus
Beteigeuze
und
Bellatrix.
Sollten
wir Rigel schon für groß gehalten haben, so wird uns Beteigeuze erst
recht beeindrucken. Dieser Stern übertrifft den Sonnendurchmesser
um das 300-, manchmal sogar um das 700fache ! Er stellt einen halbregelmäßig
pulsierenden roten Riesenstern dar, dessen Ausmaße, versetzte man
ihn in das Zentrum unseres Planetensystems, zwischen der Mars- und
Jupiterbahn schwanken würde. Hätten wir also ihn statt unserer Sonne,
so wäre Leben auf der Erde niemals entstanden. Seine Größenveränderung
bewirkt auch eine Helligkeitsschwankung, die zwischen 0m,4
und 1m,2 liegt. Zu beachten ist allerdings, dass seine
Helligkeit dann am größten ist, wenn sein Durchmesser am kleinsten
wird - denn durch die Pulsation steigen die Temperaturen in seinem
Innern. Er ist etwa 350 Lichtjahre entfernt, ein spektroskopischer
Doppelstern und leuchtet blass orange. Beteigeuze wird irgendwann,
vielleicht sogar demnächst, zur Supernova und dann zu einem Neutronenstern.
Während ihres Ausbruchs wird sie für viele Tage so hell wie der Vollmond
an unserem Himmel stehen.
Bellatrix,
die "Kämpferin", ist ein blauer Überriese, 240 Lichtjahre
von uns entfernt und erreicht eine Helligkeit von 1m,64.
Die Oberflächentemperatur von
g
Ori beträgt rund 20 000 Kelvin.
Kommen
wir zu den Gürtelsternen. Die Sterne
d
Ori (Mitanka)
und z
Ori
(Alnitak)
sind Überriesen vom seltenen Spektraltyp 09.5, besitzen eine Oberflächentemperatur
von 25 000 Kelvin und sind Dreifachsysteme. Der Begleiter Mitankas
kann mit seiner scheinbaren Helligkeit von 6m,8 schon im
Fernglas gesehen werden und ist selbst ein spektroskopischer Doppelstern.
Das Paar
z
Ori ist mit seinen Komponenten der Helligkeit 2m,0 und
2m,35, sowie des geringen Abstandes von nur 2,4" ein
schwierig zu beobachtendes Objekt.
Der
mittlere Gürtelstern Alnilam
ist
Saiph sehr ähnlich.
eOri
ist 1 200 Lichtjahre entfernt und 1m,7 hell.
Runden
wir die Betrachtungen auf die hellen Sterne mit einem Blick auf
Heka
ab. Dieses Objekt ist mit etwa 30 000 Kelvin der heißeste unter allen
bisher beschriebenen Orionsternen. Es ist 12 400 Lichtjahre entfernt,
strahlt bläulich/weiß und ist 3m,6 hell. Sein Begleiter
kann nur in wirklich großen Teleskopen beobachtet werden.
Nun zu einem der wohl bekanntesten Objekte im Orion. Seltsamerweise
wird es weder in der Antike noch im Mittelalter beschrieben, obwohl
es heute für jeden einen Begriff darstellt - der
Orionnebel
M42/43.


Wer
ihn entdeckt hat, ist umstritten. Bei der Beobachtung eines Kometen
stieß 1618 der schweizer Astronom
Cysatus
als Erster auf ihn, doch
schon 7 Jahre vor ihm will
N. Peirsec ihn gefunden haben. Die erste
Zeichnung dieses Nebels stammt aus dem Jahre 1654 und wurde vom Italiener
G.B. Hodierna angefertigt.
In
einer klaren Nacht ist M42/43 im Schwertgehänge des Jägers schon mit
bloßem Auge zu sehen. Mit zunehmender Vergrößerung unserer optischen
Instrumente steigt auch der atemberaubende Anblick. Die Farbenpracht
uns bekannter fotografischer Aufnahmen eröffnet sich uns zwar nicht,
das gesamte Gebiet leuchtet hellgrün, lässt die Schönheit dieser leuchtenden
Gasmasse aber erahnen. Die vor uns liegende Wolke besteht aus verdünntem
ionisierten Wasserstoff und ist 10 000 Kelvin heiß. Auf Fotos erscheint
das Gas rot, da der Wasserstoff in einer Spektrallinie am roten Ende
des sichtbaren Teils leuchtet. Unser Auge ist nun aber für grün bedeutend
empfindlicher und im eben beschriebenen Teil des Spektrums liegen
auch intensive Linien des zweifach ionisierten Sauerstoffs, was den
Orionnebel für unser Auge grün werden lässt.
Betrachten
Sie
M42 und
M43 in aller Ruhe, verändern Sie hin und wieder die Vergrößerung
und stellen Sie das Objekt nicht direkt im Mittelpunkt des Gesichtsfeldes
ein. Nebel lassen sich, auf Grund der Stäbchen/Zäpfchen Verteilung
in unserem Auge, am Rand stehend besser beobachten. Sollten Sie etwas
Erfahrung mit Teleskopfotografie besitzen, kann ich dieses Objekt
nur empfehlen !
Zur
Natur des Orionnebels
ließe sich unendlich viel sagen. Hier nur so viel: Beobachtungen haben
ergeben, dass M 42 nur ein kleiner ionisierter Teil eines gigantischen
Gebildes, kühler, interstellarer Materie ist. In der Molekülwolke
(Dunkelwolke) hinter dem Orionnebel entstehen heute noch Sterne und
sogar Sternhaufen - man kann ihn mit recht auch als Zentrum
von Sternengeburten bezeichnen - das voller Jungsterne ist.
NGC
1976
und NGC
1982,
so die wissenschaftlichen Namen von M42 und M43, den beiden Teilen
des Orionnebels, sind 1.400 Lichtjahre entfernt und erstrecken sich
über 15 Lichtjahre. Durch
J1Ori
wird das Gas zum leuchten angeregt.
Ein
weiteres bekanntes Objekt ist der "Pferdekopfnebel",
der sich unterhalb von
z Ori mitten
im diffusen Gasnebel NGC 434, befindet, der durch
s Ori zum Leuchten
gebracht wird. Eine Verdichtung dieser Dunkelwolke hat verblüffende
Ähnlichkeit mit einem Pferdekopf. Mit kleinen Teleskopen wird man
auf seinen Anblick allerdings verzichten müssen. Erst bei einer Teleskopöffnung
von 250 mm und auf fotografischen Abbildungen eröffnet sich uns sein
wahres Aussehen.


s
Ori ist ein Mehrfachstern (Fünffachsystem), von dem man einige Begleiter
auch schon im kleinen Fernrohr vom Hauptstern trennen kann.
Zum
Schluss seien noch die
Orioniden erwähnt, ein Sternschnuppenstrom,
den man zwischen dem 14. und 30. Oktober beobachten kann. Sein Maximum
erreicht dieser Strom am 21 Oktober, wobei man mit 30 bis 40 Meteoren
pro Stunde rechnet.
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