Home - Themenseiten - Unser Sonnensystem - Der Planet Jupiter



Allgemeine Informationen

Durchmesser 142 984 km (rund 11 mal größer als die Erde)
Masse  1 898.8·10 24 kg (1400fache des Erdvolumens)
Dichte 1330 kg/m3
Mittlere Entfernung von der Sonne 778,3 . 106 km - 5,2 AE
Umlaufzeit um die Sonne 11 Jahr und 314 Tage
Dauer der Eigenrotation rund 9 Stunden und 50 Minuten
Temperatur an der Oberfläche - 150oC maximal 
Atmosphäre Wasserstoff, Helium
Monde mind. 47

 

Geschichte

Jupiter war ursprünglich der italische Gott des Lichts und der Erscheinungen am Himmel. Im alten Rom wurde er höchster Gott und führte sowohl das alte Göttergeschlecht - Jupiter, Mars und Quirinus an, als auch die jüngere Triade - Jupiter, Juno und Minerva. Er selbst war Sohn des Saturnus (griech. Kronos) und der Rhea (griech. Rheia), seine Gattin war Juno (griech. Hera) und seine Tochter Minerva (griech. Athene). Lange Zeit wurde ihm zu allen wichtigen Anlässen gehuldigt, er wurde befragt und Kaiser ließen sich nach erfolgreichen Schlachten in seinem Kostüm verehren. Jupiter wachte über den Himmel als auch über das Leben, das Recht und den Reichtum auf Erden. Doch er war nicht allmächtig. Er führte einst die Götter im Kampf gegen die Titanen an, und als dieser gewonnen war, musste er die Welt mit seinen Brüdern teilen. Dabei erhielt Neptun die Herrschaft über das Meer und Pluto wurde Gott der Unterwelt. Jupiter selbst, als Gott des Himmels und der Erde, war den Römern von allen natürlich am nächsten. Der enorme Jupiterkult wurde erst durch Konstantin den Großen beendet.

Physik

Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems und kreist in einem etwa 5 mal so großen Abstand um die Sonne wie unsere Erde. Er ist ein Gasriese, in dem es allerdings nie zum Ausbruch einer Kernreaktion gekommen ist. Somit produziert er auch kein eigenes Licht und wir haben nur eine Sonne an unserem Erdhimmel. Seine Masse müsste etwa 80 mal größer sein, um  zumindest  einem brauen Zwerg (einem sehr kleinen Stern) zu erzeugen. Letztlich bleibt er, trotz seiner gewaltigen Größe, ein Leichtgewicht und die thermonukleare Fusion für ihn ein Traum. Und dennoch strahl Jupiter Energie ab, sogar doppelt so viel, wie er von der Sonne erhält. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Überschuss, der durch eine sehr sehr langsam ablaufende gravitative Kernreaktion hervorgerufen wird. 

 

     

 

Da seine Bahn nicht wie bei Merkur und Venus zwischen der der Erde und der Sonne verläuft, sondern weit ab von dieser liegt, ändert sich seine Größe für uns meist nur geringfügig. Mit einem aktuellen Abstand von 647 Millionen Kilometern benötigt sein zurückreflektiertes Sonnenlicht bis zu uns etwa 36 Minuten. Schon ab einer 6fachen Vergrößerung ist deutlich eine kleine Scheibe zu erkennen, was, im Gegensatz zur Beobachtung von Sternen, eine optische Abwechslung ist. Mit zunehmender Vergrößerung wird die leicht abgeplattete Form des Planeten sichtbar, die er durch seine enorm schnelle Eigenrotation selbst erzeugt. Mittlere Fernrohre zeigen uns sogar Wolkenstrukturen an seiner Oberfläche, die, über einen Zeitraum verfolgt, seine hastige Rotation von nur 9 Stunden und 50 Minuten (!) anschaulich beweisen. 

     

Der Planet entstand, wie alle anderen in unserem Sonnensystem, vor rund 4,5 Mill. Jahren. Er besitzt einen zehnmal dichteren Kern als unsere Erde, was es ihm erlaubte, riesige Gasmassen aus der Urscheibe an sich zu ziehen und sie festzuhalten. In Millionen von Jahren griff er nach allem, was sich in seiner Umgebung befand und bildete so den heute vorhanden Planetenkörper. Und die verschluckten Mengen waren gigantisch - heute macht der eigentliche Kern nur noch 0,03 % der Jupitermasse aus ! 

Sein Gasmantel besteht zu über 80 % aus Wasserstoff, zu etwa 15 % aus Helium, sowie aus Wasserdampf, Ammoniak und Methan. Nähert man sich dem Inneren Teil des Planeten, so steigt die Dichte der Materie enorm (Wasserstoff wird  flüssig und entwickelt sogar metallisch leitende Eigenschaften, was Jupiters starkes Magnetfeld erklärt),  der Druck  erreicht Werte von 2. Mill. Atmosphären und die Temperaturen klettern auf über 10 000o Celsius. In die direkten Umgebung des Kerns vergrößern sich diese Werte noch: der Druck beträgt 45 Mill. Atmosphären und heizt das Kerngebiet auf über 30 000o Celsius !

 

     

 

An seiner Oberfläche herrschen im Gegensatz dazu fast "angenehme" Werte. Der Druck ist doppelt so hoch wie an der Erdoberfläche und die Temperaturen liegen bei etwa -60o Celsius. Die farbigen Wolkenschichten werden durch Winde mit bis zu 400 km/h durcheinander gewirbelt. Diese Strukturveränderungen werden besonders in der Nähe seines Gürtels sichtbar. Beim berühmten "Großen Roten Fleck" handelt es sich um ein Gebiet großen Ausmaßes, das jedoch in seiner Form relativ konstant bleibt. Auf fotografischen Aufnahmen tritt das Gebilde deutlich hervor, bleibt aber durch seine geringe Farbabweichung für den Beobachter mit Amateurinstrumenten meist unsichtbar. 

Heute wissen wir auch, dass Jupiter ein Ringsystem besitzt. Es ist äußerst dünn, also mit dem des Saturn nicht zu vergleichen, und besteht aus winzigen Partikeln, die den Planeten auf einer begrenzten Ebene umkreisen. 

Bis heute sind 47 Monde bekannt, die den Großplaneten umkreisen. Sie sind in ihrer Physik alle samt sehr unterschiedlich und bei den äußersten Vertretern geht man davon aus, dass sie Jupiter im Laufe der Jahrmillionen einfach eingefangen hat. Die vorbeifliegenden Objekte hatten seiner Gravitation nicht widerstehen können. Man nimmt an, dass bis zu 100 Objekte den Jupiter umkreisen, die, wenn auch oft sehr klein, als seine Monde bezeichnet werden können.

Doch was die Satelliten des Jupiter  im Eigentlichen berühmt macht, sind seine vier hellsten Monde, die nach ihrem Entdecker auch Galileiesche Monde genannt werden: Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Galileo Galilei, ein  italienische Physiker und Astronom (1564 - 1642), benutze im Jahre 1609 als Erster ein Fernrohr in der Astronomie, richtete es auf den Erdmond und eben auch auf den Jupiter, wodurch er die größten Begleiter des Riesenplaneten entdeckte.

Der Jupitermond Io  Der Jupitermond Europa  Der Jupitermond Ganymed  Der Jupitermond Kallisto Quelle: NASA

Schon in einem einfachen Fernglas werden sie für uns sichtbar. Bei ihrem Anblick drängt sich einem auch sofort die Vermutung auf, dass es sich nicht um zufällig vorhandene Sterne im Hintergrund handeln kann, sondern dass diese Lichtpünktchen in direktem Zusammenhang mit Jupiter stehen müssen. Das mag durchaus an ihrer Anordnung liegen - immer nah beim Planeten selbst und auf einer Geraden angeordnet, die durch den Jupitermittelpunkt geht. Mit einem stärkeren Fernglas oder einem kleinen Teleskop macht sich schon binnen weniger Stunden ihre Positionsveränderung bemerkbar. Ihr Wechselspiel über mehrere Tage zu verfolgen ist äußerst reizvoll - mal verschwindet ein Mond hinter dem Planeten, mal zieht einer an ihm vorüber. In starken Ferngläsern, besonders aber in Teleskopen, ist die Verdunkelung eines Mondes kurz vor dem Verschwinden hinter dem Planeten zu bemerken, und manchmal setzt diese schon ein, obwohl der Mond selbst noch neben Jupiter zu sehen ist. Würde der viel hellere Jupiter unser Auge nicht derart stark mit Licht blenden, wären die Monde theoretisch sogar mit bloßem Auge zu sehen. Die aktuelles Stellung der Galileieschen Monde und einen Anblick des Jupiters finden sie hier: 

zurück zur Planetenübersicht

klicken Sie hier, um zur Hauptseite zu gelangen

© by Richard Nachtigall 2002-2009

Die konzeptionelle und gestalterische Darstellung dieser Seite unterliegt dem Copyright im Sinne des Urheberrechts ! Das gesamte oder teilweise Kopieren der Grafiken und der Texte ist nicht erlaubt und die inhaltliche Umsetzung auf dieser Seite darf in keiner Weise für kommerzielle Zwecke genutzt werden !

Berlin, im September 2002