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Allgemeine Informationen

Durchmesser 6 794 km (rund 53 % der Erde)
Masse  6,4191·10 23 kg (15 % des Volumens der Erde)
Dichte 3940 kg/m3
Mittlere Entfernung von der Sonne  227,9 . 106 km (1,52 AE)
Umlaufzeit um die Sonne 1 Jahr und 321 Tage
Dauer der Eigenrotation rund 24 Stunden und 37 Minuten
Temperatur an der Oberfläche -111 Grad C bis 26 Grad C
Atmosphäre Kohlendioxyd, Argon, Stickstoff
Monde 2

 

Der Mars Der Mars

Bildquelle: ©NASA

Geschichte

Der Mars ist wohl unter allen Planeten derjenige, der in den Köpfen der Menschen am stärksten verankert ist. Er ist Kriegsgott und Unheilbringer, beherbergt die Marsmenschen und ist das nächste große Ziel der Raumfahrt. Bei keinem anderen Planeten treffen so viel Fiktion, Aberglaube und Wahrheit aufeinander, wie bei ihm. Was also ist unser Nachbar ?

 
     
 

Im alten Rom verehrte man ihn, wahrscheinlich auf Grund seiner roten Färbung, als Kriegsgott, so auch im antiken Griechenland - nur unter anderem Namen: Ares. Ursprünglich stand er in Italien für den Vegetationsgott, für Fruchtbarkeit und Gesundheit, aber auch für Zerstörung und Unglück. Ihm wurde der März gewidmet, dem Monat, in dem man den Winter vertrieb. Man hoffte durch ihn auf Kriegsglück und er galt als Begleiter aller Soldaten. Durch seine Söhne Romulus und Remus war Mars zugleich Schutzherr Roms. Er selbst war Sohn des Jupiter und der Juno. Vor den Toren Roms lag der dem Mars geweihte Aufmarschplatz des Heeres (Campus Martius - das Marsfeld), auf dem auch der Altar des Gottes zu finden war. Die griechische Götter- und Sagenwelt übernahm viel von ihrem Nachbarstaat. Ares war so der Geliebter der Venus und der Aphrodite. Zum Symbol des Schutzes von Rom sandte er ein Schild vom Himmel. Gemeinsam mit einer Lanze und elf Schildduplikaten (die einen Raub verhindern sollten) trug man es zu festlichen Umzügen durch die Stadt und gab ihm Bewachung, wie es einem Heiligtum zukam.

     

Im Mittelalter stellte man Mars als Planetengott in Rüstung und mit lodernder Fackel dar. Seine Bedeutung verschmolz in zerstörerischen Kräften, Leidenschaft und sündhaftem Verhalten. Auf späteren Gemälden verwischt seine Gestalt immer mehr mit der des Ares.

1610 richtete Galileo Galilei als Erster sein Fernrohr auf den Mars, sah aber, durch die Qualität seiner Optik, nicht viel mehr als einen kleinen, runden und roten Fleck.

 
     

Johannes Kepler (1571 - 1630), ein deutscher Astronom, der dreißigjährig kaiserlicher Mathematiker in Prag wurde, widmete Mars zu Beginn seiner Planetenuntersuchung große Aufmerksamkeit. Er verfolgte die Bahn dieses Planeten über einen sehr langen Zeitraum äußerst präzise. Auf den Grundlagen seiner Beobachtungen und der seines Vorgängers Tycho Brahe, der ebenfalls den roten Wandelstern ins Visier genommen hatte und 20 Jahre lang ausführliche Mitschriften über dessen Bahnbewegungen verfasste und  hinterließ, konnte er seinem Kaiser vermelden, er habe den Kampf mit dem listigen Feind Mars gewonnen und ihn "in die Ketten von Rechnungen geschlagen". Kepler hatte auf mathematischem Wege zwei grundlegende Gesetzte der Planetenbewegung gefunden. Und das mit Hilfe eines so "kriegerischen Gottes"!

Ende des 19. Jahrhunderts verbesserte sich mit den optischen Möglichkeiten auch die Beobachtung seiner Oberfläche - die Marskanäle wurden entdeckt und erste Karte gezeichnet. 

Physikalische Daten

Mars ist der vierte Planet unseres Sonnensystems. Er ist halb so groß wie unsere Erde, anderthalbmal so weit von der Sonne entfernt wie wir und in eisige Kälte gehüllt. Es gibt allerdings sehr viele Hinweise dafür, dass er vor einigen Millionen Jahren unserem Heimatplaneten nicht unähnlich war. So finden sich auf ihm eine große Anzahl von Kanälen, die ausgetrocknete Flussbetten darstellen (welche ehemals fälschlich als Konstruktionen intelligenten Lebens gedeutet wurden), tiefe, mechanisch erzeugte Canyons und ehemals aktive Vulkane.

Vor etwa 4 Mrd. Jahren war der Mars einem zahlenmäßig hohen Aufschlag von Meteoriten ausgesetzt. Verstärkte innere Aktivität und Vulkanismus ließen Gase (zum Hauptteil Kohlendioxid) aus seinem Inneren aufsteigen. Zusammen mit dem ebenfalls austretenden Wasserdampf bildete sich eine, wenn auch giftige, Atmosphäre. Es ist durchaus möglich, dass der sich verflüssigende Wasserdampf nicht nur Flüsse, sondern ganze Seen und sogar Ozeane gebildet hatte. Durch seine Größe und Sonnenentfernung war er aber nicht in der Lage, größere Mengen von Energie zu halten, wodurch er letztlich immer kälter und kälter wurde, das Wasser entweder zu Eis gefror, im Boden gebunden wurde oder verdampfte und seine Atmosphäre langsam in den Weltraum entwich. Sollte es zu einer "freundlicheren" Zeit Leben auf dem Mars gegeben haben, so wurde es wahrscheinlich spätestens zu diesem Zeitpunkt vernichtet. Seine bekannten Polkappen bestehen übrigens zum Großteil aus Kohlendioxidschnee und nicht aus durch Wasser gebildetes Eis.

Die rote Farbe verdankt der Mars dem hohen Eisenoxid Gehalt in seinem Oberflächenmaterial, das im Laufe seiner Existenz langsam "verrostet" ist. Seine Umweltbedingungen entsprechen der eines irdischen Wüstengebietes, nur dass es sehr viel kälter ist. Seine Nordhalbkugel besteht aus ebenem Land, wohin gegen die Südhalbkugel nur so von Kratern übersäht ist. Er besitzt die größten Vulkane unseres Sonnensystems, so den Olympus Mons, der rund 27 km in die Höhe ragt und den größten Canyon der uns bekannten Planeten - den Valles Marineris, der sich über 4000 km Länge und 200 km Breite erstreckt ! Die Bahn des Mars um die Sonne ist nicht kreisförmig, sondern stark elliptisch, d.h. so wohl sein Abstand zur Sonne, als auch zu unserem Planeten unterliegt starken Schwankungen. Seine Entfernung zur Erde verringert sich manchmal sogar auf die Hälfte einer entgegengesetzten, ungünstigen Position.

Der Sand an seiner Oberfläche bildet Dünen und in ehemaligen Schwemmgebieten finden sich ausgewaschene Täler, Einsturzzonen und Verwerfungen - letztlich eine nicht besonders einladende und für ein irdisches Leben schwer umzurüstende Struktur. Die Reste einer sehr dünnen Atmosphäre besteht zu 98 % aus Kohlendioxid und ist zum Atmen somit ungeeignet. Durch seine, ähnlich der Erde, geneigte Achse gibt es auf dem Mars Jahreszeiten und, großzügig betrachtet, sogar Wetter. Durch regelmäßig wiederkehrende Staubstürme und aufgewirbelte Teilchen erscheint sein Himmel rosafarben.  

Mars besitzt zwei Monde: Phobos und Deimos, die er sich wahrscheinlich aus dem Asteroidengürtel eingefangen hat. 

Der Marsmond Phobos    Der Marsmond Deimos

Obwohl dieser Planet schon oft von Raumsonden besucht wurde (denen wir eine sehr detaillierte Oberflächenkarte des Planeten verdanken), werden erst spätere Missionen letzte Aufschlüsse zu einer Reihe von grundlegenden Fragen geben. Leider waren aktuelle Marsbesuche immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnet, doch das Vorhaben, Menschen auf den Mars zu schicken, soll etwa im Jahre 2020 realisiert werden.

 

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Berlin, im September 2002