Home - Themenseiten - Unser Sonnensystem - Der Planet Merkur

Allgemeine Informationen
| Durchmesser | 4 878 km (rund 38 % der Erde) |
| Masse | 3,3 . 1023 kg (5,4 % des Volumens der Erde) |
| Dichte | 5430 kg/m3 |
| Mittlere Entfernung von der Sonne | 57,9 . 106 km (0,39 AE) |
| Umlaufzeit um die Sonne | 88 Tage |
| Dauer der Eigenrotation | 58,65 Tage |
| Temperatur an der Oberfläche | 467oC am Tage / -183oC in der Nacht |
| Atmosphäre | nicht vorhanden |
| Monde | 0 |
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Geschichte Merkur ist der sonnennächste Planet in unserem Sonnensystem. Auf seiner engen Bahn sprintet er in rund 88 Tagen einmal um die Sonne. Ohne seine Flügelschuhe der griechischen Antike wäre ihm das sicher nicht möglich ! In der römischen Mythologie war Mercurius, so sein lateinischer Name, Gott der Händler und des Gewerbes allgemein. Er stand so, wen wundert es, gleichzeitig für Reichtum und Gewinne. Ihm und seiner Mutter Maia erbaute man bereits im Jahre 495 v.u.Z. einen Tempel der Huldigung direkt neben dem Circus Maximus in Rom. Schnell übernahm man für ihn auch die Eigenschaften, die die Griechen Hermes zuschrieben, da beide mythologisch gesehen identisch waren. Mit einem Heroldsstab in der Hund und einem Flügelhut auf dem Kopf überführte er die Seelen Verstorbener in das Totenreich, überbrachte den Menschen den Willen der Götter und war engster Diener des Jupiter. In Griechenland war er der Sohn des Zeus und der Pleiade Maia, Tochter des Atlas (siehe auch Plejaden M45), und wurde mit dem ägyptischen Totengott Anubis identifiziert. Er führte Geschenke des Olymps mit sich, half Wege zu finden und galt als listig, als Gott der Zufälle und der glücklichen Wendungen. Mit seinem Stab griff er, nachdem er sie in Schlaf versetzt hatte in die Traumwelt der Menschen ein und ließ ihnen Visionen zukommen, die den Willen des Olymps in sich trugen. Als Kind schlich er sich aus seiner Wiege und raubte auf dem Weg nach Pieryen dem Apollon eine ganze Rinderherde und versteckte sie in einer Höhle. Jupiter durchschaute dieses Treiben, klagte Hermes an und bestand auf die Rückgabe des Viehes. Als Ausgleichsversuch schenkte der kindliche Dieb Apollon eine aus einem Schildkrötenpanzer gefertigte Leier, was den Gott besänftigte und Hermes straffrei ausgehen und ihn im Besitz der Herde ließ. Sein Sohn Autolykos galt ebenfalls als begnadete Person, wenn es ums Stehlen ging. Auch dessen Nachkomme Odysseus wusste durchaus geschickt und gewitzt mit den Dingen des Lebens umzugehen. All diese Geschichten machten Hermes schnell auch zum Gott der Diebe, die in Heimlichkeit oder mit viel Ablenkung und Überredenskünsten ihre Opfer zu erleichtern wussten. All das geschah allerdings im Falle des Hermes auf friedlichem Wege.
Auch wenn Merkur seit dem
Altertum bekannt ist, war es lange Zeit unmöglich, seine Oberfläche
und seine Bewegung um die Sonne genauer zu beschreiben, was u.a. seiner
extremen Sonnennähe zu schulden ist. J.H.
Schroeter war der Erste, der den
Merkur ab 1800 genauer unter die Lupe nahm. Er berechnete eine
Rotationsdauer von 24 Stunden (ein Wert, der unserer Erde entspricht und
zu gering war) und schloss aus seinen Beobachtungen der Schattengrenzen
auf dem Merkur auf große Gebirgslandschaften an seiner Oberfläche.
1832 berechnete Bessel den Durchmesser des
Planeten auf 4855 km und lag damit nur 15 km über dem heutigen Wert.
Mit diesen Aussagen gab man sich viele Jahre zufrieden, bis 1874 K.
F. Zöllner mit Hilfe fotometrischer
Methoden das Albedo (Rückstrahlungsvermögen des auftreffenden
Sonnenlichts) untersuchte. Er schloss aus seinen Ergebnissen, Merkur
müsse an seiner Oberfläche unserem Erdmond sehr ähneln. Die
Bahnbewegung des Merkur gab Rätsel auf. So ging man lange davon aus, es
gäbe noch einen Planeten ihm und der Sonne. Erst mit Hilfe der
Relativitätstheorie Albert Einsteins und dem erkannten Effekt von
Schwerefeldern konnte die eigenartige Bahn des zu den erdähnlich
zählenden Planeten gehörenden Körpers gedeutet werden und der
ominöse weitere Planet "löste sich wieder auf" - in einer
besseren Theorie. Physikalische Daten
1974 und 1975 überflog die Raumsonde Mariner 10 den Planeten drei mal. Leider war jeweils dieselbe Seite des Merkur von der Sonne beschienen, so dass wir bisher nur eine Seite seiner Oberfläche genauer untersuchen konnten. Ein neues Unternehmen 2004 soll unsere zahlreichen noch offenen Fragen erneut an den Planeten richten. Wir werden abwarten müssen, welche Antworten er uns gibt. Die Beobachtung des Merkur von der Erde aus ist nicht ganz einfach. Da er sich nur 28o östlich bzw. westlich von der Sonne entfernt, geht er entweder sehr kurz vor ihr oder kurz nach ihrem Untergang auf. Zudem erreicht Merkur nur sehr geringe Höhen über dem Horizont. Kennt man seine genauer Position jedoch, so kann er mit Hilfe eines Fernglases durchaus gefunden werden. Mehr als einen kleinen Punkt wird man allerdings nicht zu sehen bekommen. Bei stärkeren Vergrößerungen zeigt dieser Planet uns ähnliche Phasen, wie wir sie auch von der Venus und unserem Mond kennen.
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Berlin, im September 2002