Was passiert nach 24
Stunden über unseren Köpfen?
An dieser Stelle müssen wir etwas präziser werden. Denn um
die Veränderungen über unseren Köpfen wirklich zu verstehen
muss man u.a. wissen, dass sich die Erde nicht in 24 Stunden
einmal um sich selbst dreht – sie vollzieht diese Bewegung
in rund 23 Stunden und 56 Minuten und 4 Sekunden. Diese Zeit
nennt man auch den Sterntag, denn ein Gestirn an unserem
Himmel erreicht, verständlicherweise, nach Ablauf dieser
Zeit die selbe Stellung am Gewölbe. Das, was wir jedoch mit
dem Wort Tag verbinden, ist eine Zeitangabe, die sich auf
die Position der Sonne bezieht – der Sonnentag, der knapp 4
Minuten länger ist als der Sterntag. Steht die Sonne zur
Mittagszeit in ihrer Höchststellung über dem Horizont, so
erreicht sie erst 24 Stunden später erneut diese Position.
Dies kommt daher, dass sich die Erde seither ein Stück um
die Sonne herumbewegt hat, wodurch sich unsere Position ihr
gegenüber und ihre an unserem Himmel leicht verändert. So beweg sie sich vor dem Sternhimmel
– ein Vorgang der uns nur durch die extreme Nähe der
Sonne auffällt. Jeder Tag wandert sie ein Stück weiter durch
den Tierkreis und die Bahn, die sie dabei an unserem Himmel
zieht, nennt man Ekliptik. Da die Sonne unseren Tagesrhythmus
bestimmt (sie ist für Tag und Nacht verantwortlich), hat
unser Tag 24 Stunden und die Differenz von 4 Minuten zum
Sterntag bewirkt, dass sich der Sternhimmel über uns im
Laufe eines Jahres verändert. Nach 24 Stunden ist er rund
einen Grad weitergewandert.


Der
Vollständigkeit halber sei gesagt, dass der 24 Stunden Sonnetag
nur ein Mittelwert ist. Die Länge des Sonnentages
innerhalb eines Jahres schwankt. Auch wenn die oberen
Abbildungen es vermuten lassen, so steht die Sonne im
Jahreslauf nicht jeden Tag zur selben Ortszeit in größter
Höhe oder am Ortsmeridian. Die Deklination der Sonne ändert
sich durch die Neigung der Erdachse und die Erde selbst
umläuft die Sonne nicht
auf einer perfekten Kreisbahn und ist bezüglich ihrer Geschwindigkeit
mal
schneller und mal langsamer. Zudem bremst der Mond die
Erde in ihrer Rotation, auch wenn der Wert in einem Jahrhundert
nur eine 2/1000 Sekunde ausmacht.
Die
Drehung des Sternenhimmels
Lassen
wir die Eigenbewegung der Sterne, da sie für unsere Beobachtung
keine Rolle spielt, einmal außer Acht, so erkennt man zusammenfassend
zwei Bewegungen:
1.
Die tägliche Bewegung der Gestirne von Ost nach West
(hervorgerufen durch die Erdrotation) und
2.
Die Veränderung des Sternenhimmels innerhalb eines
Jahres
(hervorgerufen durch die Bewegung der Erde um die
Sonne)
Diese
sich überlagernden Bewegungen sind über einen längeren Zeitraum
so konstant, dass Menschen die Wiederkehr von Sternen zu
einem bestimmten Zeitpunkt als Verbindung zu irdischen Ereignissen
nutzen konnten. So kündigte z.B. das Auftauchen des hellen
Sirius im Sternbild Großer Hund im alten Ägypten die jährliche
Nilüberschwemmung an.
Auch
für uns erleichtert diese Stabilität eine Orientierung in
der Jahr auf Jahr ohne Veränderung folgt. In den Wintermonaten
stehen Sternbilder wie Orion, Stier, Zwillinge, Großer Hund
und Fuhrmann über dem Südhorizont. Im Sommer überspannen
z.B. die Sternbilder Schwan, Leier und Adler den Himmel.
Zirkumpolare
Sterne und die Nordrichtung
Einige
Sterne gehen jedoch das ganze Jahr nicht unter. Da die Erdachse
etwas zur Bahnebene geneigt ist, die Erde also etwas „schief“
zu ihr steht, kreisen die dem Himmelsnordpol, also dem Punkt,
durch den die Erdachse auf der Nordhalbkugel geht, nahen
Sterne immer nur um diesen. Dieser Himmelsnordpol, der als
einziger Punkt an unserem Himmel relativ stabil an seinem
Platz steht, wird erfreulicherweise durch einen Stern
markiert, der auch als „Nordstern“ bezeichnet wird, denn er
steht genau in nördlicher Richtung. Der „Polarstern“, so ein
weiterer Beinname, ist ein Stern im Sternbild Kleiner Bär
(ein Teil der Sterne bilden den "Kleinen Wagen") und kann nachts wunderbar dazu genutzt werden, die
Himmelsrichtungen zu bestimmen.

Das
Gestirn ist relativ leicht zu finden, denn als Orientierungshilfe
dient ein Sternbild, welches wohl jeder in der Nacht finden
kann: der Große Bär oder, wie er in unserem Kulturkreis
auch genannt wird, der Große Wagen. Verlängert man die
hintere Achse des Wagens fünf mal von diesem weg, so stößt
man auf einen nicht besonders hellen, aber in dieser Himmelsregion
auffallenden Stern – den Polarstern. Zieht man von
ihm aus nun eine senkrechte Linie zum Horizont, hat man
die Himmelrichtung Norden bereits bestimmt. Die anderen
ergeben sich nun automatisch: nach Norden blickend ist zur
rechten Seiten Osten, zur linken Seiten Westen und hinter
einem Süden.

Welche
Koordinatensysteme gibt es ?
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