Home - Themenseiten - Orientierung am Sternenhimmel - Teil 3


 

 

Koordinatensysteme


Das Horizontsystem

Im einfachsten Koordinatensystem, dem Horizontsystem, beschreibt der Horizont einen Winkel von 360 Grad als Vollkreis. Das Horizontsystem ist für Anfänger in der Astronomie zunächst überaus praktisch, denn es orientiert sich am festen Horizont und einem Punkt direkt über unseren Köpfen - dem Zenit. Besonders im Austausch mit anderen in einer Beobachtungsnacht, lassen sich mit ihm schnell Positionsangaben austauschen.

Das Horizontsystem kennt zwei Koordinaten. Die eine ist die Himmelsrichtung, wobei der als Azimut bezeichnete Wert für Süden astronomisch mit O Grad, für Westen mit 90 Grad, für Norden mit 180 Grad und für Osten mit 270 Grad angegeben wird. Ein Gestirn, das sich zu einem bestimmten Zeitpunkt der Nacht also senkrecht über dem Westhorizont erhebt, besitzt somit ein Azimut von 90 Grad. Zwischen den Haupthimmelsrichtungen liegende Werte ergeben sich von selbst oder können grob geschätzt werden.

das Horizontsystem - schematisch

Die zweite Koordinate in diesem System ist die Höhe eines Gestirns. Der Winkel, welcher diese bestimmt, wird vom Horizont bis zum höchsten Punkt direkt über unseren Köpfen gemessen. Der Horizont besitzt dabei die Höhe von 0 Grad, im Zenit erreicht man den Wert von 90 Grad. Auf halber Strecke zwischen Horizont und Zenit ergeben sich somit 45 Grad usw.

Um die Winkangaben zu verfeinern, kann man sich entweder der eigenen Hand bedienen, die untere Abbildung zeigt eine ungefähre Meßmethode, oder man nutzt ein selbstgebautes Instrument, eine übrigens uralte Methode, um Vermessungen am Sternenhimmel vorzunehmen. Mehr als etwas Pappe, einem Winkelmesser, einem Lineal und einem Stift sind dafür nicht notwendig.

die ausgestreckte Hand als Winkelmesser

Mit Hilfe von Azimut und Höhenangabe können wir einem Mitbeobachter nun recht gut den Ort des Gestirns übermitteln, von dem wir gerade sprechen. Die Drehung des Sternenhimmels und die von ihm unabhängige Bewegung anderer Objekte, wird in diesem System nicht berücksichtigt. Es ist kein auf alle Orte und Zeiten übertragbares System, denn es gibt den Objekten am Nachthimmel keine feste Koordinaten. In unserem Horizontsystem verändern sich die Werte eines Gestirns also im Laufe der Nacht, denn der gesamte Sternenhimmel dreht sich um den Polarstern, wodurch die Sternbilder im Osten auf und im Westen untergehen.

das Horizontsystem am Beispiel eines Sterns


Das Äquatorsystem

Da aber für präzisere und vor allem wissenschaftliche Untersuchungen ein Koordinatensystem notwendig ist, welches sich mit dem Himmel bewegt, erschuf man das Äquatorsystem, das allen Sternen mit Rektaszension und Deklination einen festen Platz am Himmel gibt. Es ist somit ortsundabhängig, wird auf den gesamten Sternenhimmel projiziert und bewegt sich mit ihm. Die Angaben dieses Systems gelten somit für jeden Beobachter auf der Erde, egal ob er sich in Berlin oder in Tokio befindet.

Zu ihm kommen wir aber später, denn es wird erst für Beobachter interessant, die mit einem genau ausgerichteten Teleskop arbeiten, denn diese Ausrichtung ist für die Benutzung des Äquatorsystems unabdingbar.


 

klicken Sie hier, um zur Hauptseite zu gelangen

© by Richard Nachtigall 2002-2009

Die konzeptionelle und gestalterische Darstellung dieser Seite unterliegt dem Copyright im Sinne des Urheberrechts ! Das gesamte oder teilweise Kopieren der Grafiken und der Texte ist nicht erlaubt und die inhaltliche Umsetzung auf dieser Seite darf in keiner Weise für kommerzielle Zwecke genutzt werden !

Berlin, im September 2002