Home - Themenseiten - Die Plejaden M 45



Zu den schönsten Objekten am Winterhimmel gehört der offene Sternhaufen der Plejaden (M45), im Bild des Stieres, die auch als Siebengestirn bezeichnet werden, da man mit bloßem Auge mindestens 7 Sterne erkennen kann.

Insgesamt zählte man heute aber bis zu 500 Mitglieder, die im Vergleich zu anderen Sternhaufen aber nicht besonders dicht beieinander stehen. Die Ausdehnung des gesamten Haufens erstreckt sich über 5 Lichtjahre. Um die Sterne herum existieren Reflexionsnebeln, die das abgestrahlte Licht auf Fotoaufnahmen blau leuchten lassen. Im Gegensatz zum Orionnebel leuchtet dieses Gas nicht selbst, die Sterne in ihnen sind einfach nicht heiß genug. Interstellare Staubteilchen reflektieren nur die auf sie treffende Strahlung.

Die Plejaden sind etwa 80 Mill. Jahre jung und werden, nach neuesten Berechnungen wohl noch 250 Mill. Jahre bestehen. Da sie sich sehr nahe der Ekliptik (der scheinbaren Sonnenbahn) befinden, kommt es oft zu interessanten Konstellationen - Treffen mit Planeten und dem Mond. Die Plejaden sind rund 400 Lichtjahre von uns entfernt, d.h. ihr Licht benötigt 376 Jahre, bis es auf unsere Augen trifft. In kosmischen Dimensionen ist dies eine geringe Distanz, denn wir sehen fast ein "aktuelles" Bild von diesem Objekt. Im Fernglas bietet dieser Sternhaufen einen außergewöhnlichen und atemberaubenden Anblick.

Gemeinsam mit den Hyaden bilden die Plejaden das "Goldene Tor der Ekliptik". Dieser Namen rührt zum einen daher, dass sie in ihrer Mitte von der scheinbare Sonnenbahn durchzogen werden und zum anderen vom Umstand eines sich verschiebenden Frühlingspunktes: noch bis etwa 2000 vor Christus lag dieser Punkt, den man seit jeher mit Wachstum und Fruchtbarkeit gleichsetzte,  im Stier.

Die Plejaden fanden Eingang in Homers "Odyssee" und in die Bibel. Bei Ptolemäus ergaben sie sogar ein eigenes Sternbild.


Zur Geschichte

Es ist bekannt, dass man die Plejaden bereits vor über 6000 Jahren beobachtete, die seither viele Namen trugen. So kennt der Volksmund auch die Bezeichnungen Glucke mit Kücklein, die sieben Schwestern, die Tauben und sogar Blumenstrauß. Einige Quellen nennen als erste offizielle Erwähnung das Jahr 1000 v.u.Z. und eine Niederschrift Hesiods.

In der griechischen Mythologie waren die Plejaden die sieben Töchter des Atlas (Titanensohn und Bruder des Prometheus) und der Okeanide Pleione. Ihre Namen waren Alkyone, Merope, Kelaino, Elektra, Sterope, Taygete und Maia. Eines Tages entflammte Orion, der mächtige Jäger und Sohn des Poseidon, in Liebe zu den Schwestern und begann sie zu verfolgen, letztlich sogar zu jagen. Als Zeus dies nicht mehr mit ansehen konnte, setzte er sie als Sternbilder an den Himmel, wo Orion sie noch heute verfolgt aber niemals erreicht. Merope beging leider den Fehler, denn unter den Göttern war das unerwünscht, die Gattin eines sterblichen Menschen (Sisyphos) zu werden und schämte sich dafür so sehr, dass sie ihr Antlitz verhüllte, bzw. durch Zeus ihres Glanzes beraubt wurde, wodurch sie weniger hell als die Anderen leuchtet. 

Ihren Namen verdanken die Plejaden einer berühmten Gruppe von Literaten der französischen Renaissance, die als Symbol des Zusammenhaltes galten.

Schon immer wurde dieser Sternhaufen als "Augenprüfer" benutzt. Maestlin, ein Lehrer Keplers, gab vor, mit bloßem Auge elf Sterne erkennen zu können. Als Galilei sein Fernrohr auf die Plejaden richtete, zählte er bereits 36 Mitglieder. 

H. Rosenberg erstellt im Jahre 1910 auf Anregung des dänische Ingenieur und Fotochemiker Ejmar Hertzsprung das erste Farben-Helligkeits-Diagramm (FHD) mit Hilfe der Plejadensterne, das die bis dahin verwendeten bloßen Tabellen ablöste. Hertzsprung erweiterte dieses Diagramm 1911 um die Mitgliedssterne der Hyaden.


Beobachtung

Die Plejaden M45 im Fernglas

Eigennamen der hellsten Sterne:

1 - Asterope

2 - Taygete

3 - Celaino

4 - Elektra

5 - Maia

6 - Merope

7 - Alkyone

8 - Pleione

9 - Atlas

Dieser offene Sternhaufen, der dem Großen Wagen etwas ähnlich sieht, eignet sich für die Beobachtung mit dem bloßem Auge und ist ein ausgezeichnetes Objekt für die Betrachtung mit einem Fernglas. Zu starke Vergrößerungen, eine 20fache sollte nicht überschritten werden, würde das Gesichtsfeld so einschränken, dass die Plejaden in ihrer Gesamtheit nicht mehr zu bewundern wären. Man würde zwar mehr der zahlreichen Sterne sehen, aber der eigentliche Reiz dieses Sternansammlung ginge verloren.

Anfang September geht M45 bereits gegen 22.00 Uhr über dem Osthorizont auf und sind von da an den ganzen Winter über hervorragend zu beobachten. Ab einer 10fachen Vergrößerung werden die 3 Begleiter des Sterns Alkyone sichtbar, ein 4fach Sternsystem offenbart sich uns, das man natürlich gern in einem Fernrohr stärker auflösen kann. Zu Weihnachten erreichen sie gegen 22.00 Uhr ihre größte Höhe über dem Horizont und bleiben uns, langsam in den Westen sinkend, bis in den Frühling erhalten. 

Je größer die Öffnung unseres Fernglases und somit seine Lichtstärke wird, um so mehr Sterne erblicken wir und um so mehr steigt deren Leuchtkraft und die Helligkeitsstufen der einzelnen Mitglieder treten deutlich hervor.

Sollten Sie ein Fernrohr mit parallaktischer Montierung besitzen (das zur Nachführung geeignet ist) können Sie versuchen die Plejaden zu fotografieren. Bringen Sie den Apparat, am besten eine Spiegelreflexkamera, auf dem Fernrohr an, suchen Sie im Teleskopokular einen Leitstern und verfolgen Sie ihn mit Hilfe der korrekt justierten Montierung. Bei Benutzung eines 50 mm Objektives an Ihrer Kamera und eines Drahtauslösers sollte die Aufnahme etwa 2 Minuten belichtet werden. Man erzielt mit dieser Methode recht gute Ergebnisse !


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Berlin, im September 2002