|
Geschichte
Saturn,
oder Saturnus, gleicht dem
griechischen
Kronos. Saturn wurde durch
Jupiter seiner Macht beraubt, Kronos durch seinen Sohn Zeus. Das
Zeitalter der Saturnherrschaft bezeichneten die
Römer als
"Goldenes", das des Jupiter war ihnen nur "Silber"
wert. In Griechenland war Kronos Sohn des Uranos und der Gaia und galt
als klügster und trickreichster der
Titanen.
Er zeugte mit seiner Schwester
Rhea
eine Reihe von Göttern, so
Demeter
(die Göttin des Ackerbaus und der bürgerlichen Ordnung),
Hestia
(die Göttin der Häuslichkeit),
Hera
(die Göttin der Erziehung und des sittlichen Verhaltens),
Hades
(den Gott der Unterwelt),
Poseidon
(den Gott der Meere) und letztlich
Zeus,
der bald an Bedeutung gewinnen sollte. Einst wurde Kronos von Gaia vorhergesagt, er werde von einem seiner Kinder entmachtet. Um dies zu
verhindern, verschlang er alle
Kroniden
kurz nach deren Geburt. Nur war in
einem der Bündel, die er auf Kreta "zu sich nahm", nicht Zeus, sondern
ein Stein - Rhea hatte vorgesorgt. Zeus war gerettet und wuchs,
versteckt vor seinem Vater heran. Metis, die erste rechtmäßige Gattin
des Zeus, schenkte ihm ein Brechmittel, welches er Kronos verabreichen
konnte und dieser spie seine Brüder (oh Wunder!) wieder aus. Auf Grund
dieser bemerkenswerten Kindheit verbrüderten sich die drei Söhne gegen
ihren grausamen Vater und führten einen 10 Jahre dauernden Kampf aus
dem sie als Sieger hervorgingen und Zeus, wie bei
Geschwistern üblich, teilen musste. Poseidon erhielt die Macht
über die Meere, Hades regierte in der Unterwelt und Zeus selbst nahm
sich das größte Stück vom Kuchen - die Herrschaft über Himmel und
Erde.
Im
Mittelalter galt Saturn als Bote des Unglücks. Neugeborene, die unter
seinem Zeichen zur Welt gekommen waren, bezeichnete man als Kinder des
Saturn, womit man sie gleichzeitig zu Ausgestoßenen der Gesellschaft
erklärte.
Physik
|

|
|
Saturn
war bis 1781 der äußerste bekannte Planet unseres
Sonnensystems. Galileo Galilei glaubte 1610, Saturn sei von zwei sehr
nahen Begleitern umgeben, deutete aber nur die Saturnringe falsch. Erst 46
Jahre später erkannte Christian Huygens die eigentliche Natur der
"Ausbuchtungen" und kam sogar zu dem Schluss, dass jener Gürtel
den Saturnkörper nicht einmal berührte. |
|
Saturn ist der
zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems, fast
doppelt so weit
entfernt wie Jupiter,
erscheint leicht gelblich und reizt jeden Beobachter, sein
Ringsystem
erblicken zu wollen. Obwohl dieses zur Zeit weit geöffnet
ist (der Planet steht auf seiner Bahn in einem Winkel zu
uns, der den Blick auf seinen Ring hervorragend zulässt),
muss ich Fernglasbeobachter erst einmal enttäuschen. Mehr
als eine kleine Verdickung der Planetenscheibe wird mit
kleineren Geräten kaum zu sehen sein. |
|

|
| |
|
|
Man benötigt eine mindestens 30fache Vergrößerung
und ein lichtstärkeres 40 mm Objektiv um den Ring deutlicher sehen zu können.
Jeder Zuwachs an Vergrößerung bringt dann natürlich enorme
Bildverbesserung. Ab einer 100fachen Vergrößerung können Sie die feine
Trennlinie innerhalb des gesamten Ringes sehen, die auch als
Cassini-Spalte bekannt ist. Sie unterteilt die
Struktur um Saturn in den A-
und den B-Ring.
|
| |
|
|
|


|
|
Zusätzlich existiert noch ein viel feinerer
C-Ring. Während ihres
Vorbeilfluges offenbarten die Voyagersonden noch vier weitere
Haupteinteilungen und Hunderttausende von feinen Einzelringen. Sie bleiben für
uns auf der Erde natürlich optisch unerreichbar und dennoch ist jeder
Blick auf den Saturn ein Erlebnis. Vielleicht erspähen sie sogar das blau-ockerfarbene südliche
Äquatorband
und einen Teil der dunklen südlichen
Polgegend.
Haben Sie etwas Geduld - es lohnt sich ! Die Ringe bestehen
zum größten Teil aus Eisformationen oder aus mit Eis überzogenen
Gesteinen und kommen in unterschiedlicher Größe vor. Einige sind nur so
groß wie ein Stück Würfelzucker, Andere überragen irdische Häuser.
Woher die Fragmente stammen ist noch nicht endgültig geklärt. Vielleicht
wurden sie einst aus dem jungen Saturn herausgerissen oder sind Überreste
eines zersprungenen Mondes. Möglicherweise ist es auch eine Mischung aus
beidem. Das gesamte System besitzt einen
Durchmesser von 250 000 Kilometern
und ist gegenüber dieser gewaltigen Dimension
recht dünn - mehr als 1
Kilometer Dicke werden selten erreicht. |
| |
|
|
|
Saturn ist
in seiner Dichte
sehr gering. Im Großen und Ganzen ist er
leichter als Wasser. Würde man ihn also, theoretisch, in ein riesiges Wasserbecken
werfen, so schwämme er an dessen Oberfläche.
Die
Eigenrotation ähnelt in seiner hohen Geschwindigkeit der des Jupiters -
sie beträgt nur 10 Stunden und 32 Minuten. Die entstehende
Zentrifugalkraft plattet den Saturn deutlich ab, was sogar schon in
kleinen Fernrohren deutlich zu sehen ist. Der Planet besteht zu einem
Großteil aus Wasserstoff (75 %) und
Helium (25 %). Zudem finden
sich Spuren von Wasser, Ammoniak und Methan.
|
|
 |
| |
|
|
|
 |
|
In seinem
Innern
sitzt ein
fester Kern,
der, wie auch bei Jupiter, von einer Schicht flüssigem und
dadurch stromleitenden metallischem Wasserstoffs umgeben
wird. Im
Kerngebiet
steigen die Temperaturen auf 15 000o
Celsius und er scheint diesen Umstand, der auch durch ein
heute noch vorhandenes gravitatives Zusammenziehen des
Planetenkörpers unterstützt wird, zu nutzen, um kleine
Mengen von Energie freizusetzen. Wieso der Saturn mehr
Energie
abstrahlt
als er von der Sonne erhält, ist bis heute noch nicht ganz
geklärt. |
| |
|
|
|
Bisher
wurden 30 Monde des
Saturn entdeckt. Bemerkenswert ist der größter Satellit
Titan. Als zweitgrößter
Mond des Sonnensystems ist er größer als der
Planet Merkur und wird nur noch vom Jupiter Mond Ganymed übertroffen.
Seine Atmosphäre ist etwa 300 Kilometer dick und beseht zu 99 % aus
Stickstoff. Allerdings konnte auch Wasser in ihr nachgewiesen werden. Er
und Europa, ein weiterer Mond des Jupiters, gelten als beste Kandidaten,
wenn es darum geht, weiteres Leben in unserem Planetensystem zu finden.
Die Spekulationen und Wünsche der Forscher gehen weit, doch erst
zukünftige Raumsonden werden uns einer Antwort näher bringen.
Titan kann auch schon in einem Fernglas als kleines
Lichtpünktchen gefunden werden.
|
|

|
| |
|
|
|
Einen
interessanten Einfluss scheinen einige der Monde auf das Ringsystem zu
haben. Atlas,
Prometheus und
Pandora
halten den Ring durch Gezeitenkräfte in
seiner Position und Gestalt. Wie
Hütehunde
umkreisen sie Saturn und sorgen für
Stabilität. Der Mond Mimas sorgt eventuell durch seine Vorhandensein für
den Mangel an Objekten in der
Cassini-Spalte. Doch auch da wird die
Zukunft noch einigen Aufschluss bringen.
|
|

|
| |
|
|
Große
Erwartungen verknüpft man mit den Untersuchungsergebnissen der 1997
gestarteten "Cassini"
Sonde, die den Saturn
2004 erreichen und sogar eine Kapsel auf Titan absetzen wird.
Die
Planeten Jupiter und Saturn stehen
nahe der Ekliptik und so kommt es oft zu schönen
Treffen mit dem Mond. Genauere Informationen zu solchen Konstellationen im
aktuellen Monat finden Sie auf der 2. Hauptseite.
|