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Allgemeine Informationen

Durchmesser 120 536 km (rund 9,5 mal größer als die Erde)
Masse  568 ·1024 kg (762fache des Erdvolumens)
Dichte 690 kg/m3
Mittlere Entfernung von der Sonne  1427 . 106 k (9,54 AE)
Umlaufzeit um die Sonne 29 Jahr und 167 Tage
Dauer der Eigenrotation rund 10 Stunden und 14 Minuten
Temperatur an der Oberfläche - 180o
Atmosphäre Wasserstoff, Helium
Monde etwa 30

 

Geschichte

Saturn, oder Saturnus, gleicht dem griechischen Kronos. Saturn wurde durch Jupiter seiner Macht beraubt, Kronos durch seinen Sohn Zeus. Das Zeitalter der Saturnherrschaft bezeichneten die Römer als "Goldenes", das des Jupiter war ihnen nur "Silber" wert. In Griechenland war Kronos Sohn des Uranos und der Gaia und galt als klügster und trickreichster der Titanen. Er zeugte mit seiner Schwester Rhea eine Reihe von Göttern, so Demeter (die Göttin des Ackerbaus und der bürgerlichen Ordnung), Hestia (die Göttin der Häuslichkeit), Hera (die Göttin der Erziehung und des sittlichen Verhaltens), Hades (den Gott der Unterwelt), Poseidon (den Gott der Meere) und letztlich Zeus, der bald an Bedeutung gewinnen sollte. Einst wurde Kronos von Gaia vorhergesagt, er werde von einem seiner Kinder entmachtet. Um dies zu verhindern, verschlang er alle Kroniden kurz nach deren Geburt. Nur war in einem der Bündel, die er auf Kreta "zu sich nahm", nicht Zeus, sondern ein Stein - Rhea hatte vorgesorgt. Zeus war gerettet und wuchs, versteckt vor seinem Vater heran. Metis, die erste rechtmäßige Gattin des Zeus, schenkte ihm ein Brechmittel, welches er Kronos verabreichen konnte und dieser spie seine Brüder (oh Wunder!) wieder aus. Auf Grund dieser bemerkenswerten Kindheit verbrüderten sich die drei Söhne gegen ihren grausamen Vater und führten einen 10 Jahre dauernden Kampf aus dem sie als Sieger hervorgingen und Zeus, wie bei Geschwistern üblich, teilen musste. Poseidon erhielt die Macht über die Meere, Hades regierte in der Unterwelt und Zeus selbst nahm sich das größte Stück vom Kuchen - die Herrschaft über Himmel und Erde. 

Im Mittelalter galt Saturn als Bote des Unglücks. Neugeborene, die unter seinem Zeichen zur Welt gekommen waren, bezeichnete man als Kinder des Saturn, womit man sie gleichzeitig zu Ausgestoßenen der Gesellschaft erklärte. 

Physik

 

Saturn war bis 1781 der äußerste bekannte Planet unseres Sonnensystems. Galileo Galilei glaubte 1610, Saturn sei von zwei sehr nahen Begleitern umgeben, deutete aber nur die Saturnringe falsch. Erst 46 Jahre später erkannte Christian Huygens die eigentliche Natur der "Ausbuchtungen" und kam sogar zu dem Schluss, dass jener Gürtel den Saturnkörper nicht einmal berührte.

Saturn ist der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems, fast doppelt so weit entfernt wie Jupiter, erscheint leicht gelblich und reizt jeden Beobachter, sein Ringsystem erblicken zu wollen. Obwohl dieses zur Zeit weit geöffnet ist (der Planet steht auf seiner Bahn in einem Winkel zu uns, der den Blick auf seinen Ring hervorragend zulässt), muss ich Fernglasbeobachter erst einmal enttäuschen. Mehr als eine kleine Verdickung der Planetenscheibe wird mit kleineren Geräten kaum zu sehen sein.

 

Saturn im Fernglas

   

Man benötigt eine mindestens 30fache Vergrößerung und ein lichtstärkeres 40 mm Objektiv um den Ring deutlicher sehen zu können. Jeder Zuwachs an Vergrößerung bringt dann natürlich enorme Bildverbesserung. Ab einer 100fachen Vergrößerung können Sie die feine Trennlinie innerhalb des gesamten Ringes sehen, die auch als Cassini-Spalte bekannt ist. Sie unterteilt die Struktur um Saturn in den A- und den B-Ring

     

 

 

 

 

Zusätzlich existiert noch ein viel feinerer C-Ring. Während ihres Vorbeilfluges offenbarten die Voyagersonden noch vier weitere Haupteinteilungen und Hunderttausende von feinen Einzelringen. Sie bleiben für uns auf der Erde natürlich optisch unerreichbar und dennoch ist jeder Blick auf den Saturn ein Erlebnis. Vielleicht erspähen sie sogar das blau-ockerfarbene südliche Äquatorband und einen Teil der dunklen südlichen Polgegend. Haben Sie etwas Geduld - es lohnt sich ! Die Ringe bestehen zum größten Teil aus Eisformationen oder aus mit Eis überzogenen Gesteinen und kommen in unterschiedlicher Größe vor. Einige sind nur so groß wie ein Stück Würfelzucker, Andere überragen irdische Häuser. Woher die Fragmente stammen ist noch nicht endgültig geklärt. Vielleicht wurden sie einst aus dem jungen Saturn herausgerissen oder sind Überreste eines zersprungenen Mondes. Möglicherweise ist es auch eine Mischung aus beidem. Das gesamte System besitzt einen Durchmesser von 250 000 Kilometern und ist gegenüber dieser gewaltigen Dimension recht dünn - mehr als 1 Kilometer Dicke werden selten erreicht. 

     

Saturn ist in seiner Dichte sehr gering. Im Großen und Ganzen ist er leichter als Wasser. Würde man ihn also, theoretisch, in ein riesiges Wasserbecken werfen, so schwämme er an dessen Oberfläche.  

Die Eigenrotation ähnelt in seiner hohen Geschwindigkeit der des Jupiters - sie beträgt nur 10 Stunden und 32 Minuten. Die entstehende Zentrifugalkraft plattet den Saturn deutlich ab, was sogar schon in kleinen Fernrohren deutlich zu sehen ist. Der Planet besteht zu einem Großteil aus Wasserstoff (75 %) und Helium (25 %).  Zudem finden sich Spuren von Wasser, Ammoniak und Methan.

 

     

 

In seinem Innern sitzt ein fester Kern, der, wie auch bei Jupiter, von einer Schicht flüssigem und dadurch stromleitenden metallischem Wasserstoffs umgeben wird. Im Kerngebiet steigen die Temperaturen auf 15 000o Celsius und er scheint diesen Umstand, der auch durch ein heute noch vorhandenes gravitatives Zusammenziehen des Planetenkörpers unterstützt wird, zu nutzen, um kleine Mengen von Energie freizusetzen. Wieso der Saturn mehr Energie abstrahlt als er von der Sonne erhält, ist bis heute noch nicht ganz geklärt.

     

Bisher wurden 30 Monde des Saturn entdeckt. Bemerkenswert ist der größter Satellit Titan. Als zweitgrößter Mond des Sonnensystems ist er größer als der Planet Merkur und wird nur noch vom Jupiter Mond Ganymed übertroffen. Seine Atmosphäre ist etwa 300 Kilometer dick und beseht zu 99 % aus Stickstoff. Allerdings konnte auch Wasser in ihr nachgewiesen werden. Er und Europa, ein weiterer Mond des Jupiters, gelten als beste Kandidaten, wenn es darum geht, weiteres Leben in unserem Planetensystem zu finden. Die Spekulationen und Wünsche der Forscher gehen weit, doch erst zukünftige Raumsonden werden uns einer Antwort näher bringen. 

Titan kann auch schon in einem Fernglas als kleines Lichtpünktchen gefunden werden. 

 

Der Saturnmond Titan

     

Einen interessanten Einfluss scheinen einige der Monde auf das Ringsystem zu haben. Atlas, Prometheus und Pandora halten den Ring durch Gezeitenkräfte in seiner Position und Gestalt. Wie Hütehunde umkreisen sie Saturn und sorgen für Stabilität. Der Mond Mimas sorgt eventuell durch seine Vorhandensein für den Mangel an Objekten in der Cassini-Spalte. Doch auch da wird die Zukunft noch einigen Aufschluss bringen. 

 

Der Saturnmond Mimas

     

Große Erwartungen verknüpft man mit den Untersuchungsergebnissen der 1997 gestarteten "Cassini" Sonde, die den Saturn 2004 erreichen und sogar eine Kapsel auf Titan absetzen wird. 

Die Planeten Jupiter und Saturn stehen nahe der Ekliptik und so kommt es oft zu schönen Treffen mit dem Mond. Genauere Informationen zu solchen Konstellationen im aktuellen Monat finden Sie auf der 2. Hauptseite.

 

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Berlin, im September 2002