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Geschichte
Uranos
und Gaia waren die göttlichen Urkräfte am Anfang alles Seins. Gaia
stand für die Erde und zeugte Uranos, den Himmel mit all seinen
Gestirnen, aus sich selbst, auf das er sie beschütze, auf ewig umhülle
und den Göttern als Sitz diene. Er war Urvater des gesamten
griechischen Göttergeschlechts. Aus seiner Verbindung mit Gaia gingen
die Titanen
(siehe auch Saturn), die
Kyklopen
(einäugige Riesen) und die "Hundertarmigen" hervor. Letztere
waren von solch furchtbaren Anblick, dass Uranos sie zurück in die Erde
verbannte. Als Gaia bemerkte, wie sehr ihre Muttergefühle darunter
litten, erbat sie von ihren Kindern Hilfe und forderte sie auf, sie zu
rächen. Kronos, der Jüngste und
Kämpferischste der Titanen, kam
dieser Bitte nach und entmannte seinen Vater mit einer eisernen Sichel.
Aus dem dabei vergossenen Blut des Uranos entstanden u.a. die
Giganten
und die Göttin Aphrodite,
welche vor Zypern aus dem aufschäumenden Meer trat. Danach wurde Kronos Herrscher der Welt,
wenngleich ihm durch Uranos, der von nun an als die Zeit galt, der
Untergang der Titanen vorhergesagt wurde.
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Bis
1781
waren nur 6 Planeten unseres Sonnensystems bekannt. In diesem Jahr,
genauer am Abend des 13. März, richtete
F.W.
Herschel (1738 -
1822) sein selbstgebautes Spiegelteleskop wieder einmal für
Beobachtungen auf den Nachthimmel. Herschel stammte aus Hannover und
arbeitete seit 1759 als Astronom in England. Sein Anliegen in dieser
Nacht war es, Fixsternparallaxen zu messen. So fiel sein Blick auch auf
ein Gebiet im Sternbild Stier und er bemerkte ein Objekt, bei dem es
sich nicht um einen Stern handeln konnte. Zunächst glaubte der Astronom
einen Kometen entdeckt zu haben, doch sehr bald stellte sich heraus,
dass ein weiterer Planet - Uranus - gefunden war. Interessanterweise
fand man nun in einer Reihe von älteren Sternkatalogen und
Beobachtungsberichten diesen Planeten wieder, allerdings als Stern
verzeichnet, so schon 1690 in der Sternkarte des Astronomen
Flamsteed. |
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Herschel
glaubte sogar, sechs
Monde
dieses Planeten entdeckt zu haben. Allerdings irrte er bei
vier Objekte, die wahrscheinlich leuchtschwache Fixsterne in
der Umgebung des Uranus waren. Dennoch war seine Entdeckung
ein Aufsehen erregendes Ereignis - und das nicht nur in der
Fachwelt, für die nun ein neues Zeitalter angebrochen
schien. Auch in der Öffentlichkeit fand dieser neuer Planet
Beachtung. In doppelter Entfernung des Saturn war ein
weiteres Mitglied der Planetenfamilie gefunden ! Und das
nach so vielen Jahrhunderten. Herschel hing ab diesem
Zeitpunkt seinen Nebenberuf des Musikers an den Nagel,
widmete sich ausschließlich der Astronomie und wurde auf
diesem Gebiet zum bedeutendsten Forscher seiner Zeit. |
Physik
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Uranus
ist
der siebte Planet in unserem Sonnensystem. Durch
Methankristalle, den
Wasserstoff und das Helium in seiner dünne
Atmosphäre leuchtet dieser
Riese, der fast 15 mal schwerer ist als unsere Erde, grünlich blau. Man
geht davon aus, dass in seinem Innern ein fester, eisenhaltiger
Gesteinskern
sitzt, der etwa die Größe unserer Erde hat und von dicken Schichten aus gefrorenem Wasser, Ammoniak und
Methan umgeben ist. |
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Bemerkenswert
ist die Lage seiner
Rotationsachse. Sie
steht nicht senkrecht auf der Bahnebene des Planeten, sondern liegt
fast in ihr (die Neigung beträgt 98o), wodurch Neptun
seinen Sonnenumlauf wie ein Ball "rollend" vollzieht. Da er
jedoch nicht ganz auf seiner "Seite" zu liegen kommt,
tastet die Sonne im Laufe eines Uranusjahres jeden Punkt an seiner
Oberfläche ab, d.h. an jedem Ort steht die Sonne einmal im Zenit. Für
eine Sonnenumrundung benötigt Uranus 84
Erdenjahre. An seinen Polen
herrschen 42 Erdenjahre lang Tag und die gleiche Zeit Nacht. Die
Tagesrotation seiner Oberfläche beträgt etwa 17 Stunden. Wie
schnell sich der darunter liegende Planetenkörper dreht ist noch nicht
sicher, denn die Bewegung der äußeren Wolkenschichten könnte auch
allein von
Stürmen hervorgerufen werden. |
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Der
Planet besitzt elf feine
Ringe, die aus großen Felsbrocken und fein
verteiltem Staun bestehen. Wahrscheinlich wird dieser Ring, ähnlich wie
beim Jupiter, von einem Teil seiner Monde stabil gehalten. |
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Bis heute
kennt man über 15 Satelliten, von denen die größten 5 strahlende
Namen tragen: Oberon,
Titania
(das Herrscherpaar der Elfen),
Ariel
(der Luftgeist),
Umbriel
(der Erdgeist) und
Miranda.
Die Monde
Oberon und Titania entdeckte bereits 1787 Herschel selbst,
William
Lassell fand 1851
Ariel und Umbriel und erst 1948 spürte der amerikanische Astronom
Gerard
Peter Kuiper Miranda
auf fotografischen Bildern auf. Die Existenz aller anderen Monde wurden
durch die Sonde Voyager
2 nachgewiesen, die
den Uranus 1986 passierte.
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Unter
günstigsten Bedingungen und bei genauer Kenntnis seiner Position kann
Uranus gerade noch mit bloßem Auge gesehen werden. Doch auch im
Fernglas und in
kleiner Teleskopen bleibt dieser Planet ein Lichtpunkt
ohne erkennbare Einzelheiten - dafür ist er einfach zu weit von uns
entfernt. Seine Wolkenstruktur bleibt den Astronomen großer Observatorien
und Raumsonden vorbehalten.
Trotzdem
kann seine Beobachtung eine Herausforderung sein, gerade weil Uranus so
weit entfernt ist. Treten Sie also in die Fußstapfen von Herschel und identifizieren
Sie den Planeten eindeutig am Himmel. Zunächst benötigen Sie die genaue Position (Jahrbücher geben Auskunft). Danach übertragen Sie den
Wert in eine Sternkarte und vergleichen die so entstandene Himmelsgegend
mit ihrer Beobachtung am Firmament. An den nächsten Abenden sollte sich
seine, von Ihnen neuverzeichnete, Position verändert haben. Ist
das der Fall, so haben Sie tatsächlich Uranus beobachtet und können
mit Recht stolz auf sich sein (was absolut ernst gemeint ist !). Sein
Auffinden und die Aufzeichnung seiner Bewegung vor den Fixsternen kann
eine schöne Übung sein, die schon weit über das einfache
"Schauen in den Nachthimmel" hinausgeht. Etwas Geduld muss
natürlich aufgebracht werden, denn Uranus "rast" nicht gerade
über den Himmel.
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