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Allgemeine Informationen

Durchmesser 51 118 km (rund 4 mal größer als die Erde)
Masse  87 ·1024 kg (65fache des Erdvolumens)
Dichte 1 270 kg/m3
Mittlere Entfernung von der Sonne  2 870 . 106 km (19,27 AE)
Umlaufzeit um die Sonne 84 Jahr und 5 Tage
Dauer der Eigenrotation im Mittel etwa 10 Stunden und 49 Minuten
Temperatur an der Oberfläche - 220oC
Atmosphäre Wasserstoff, Helium
Monde etwa 15

 

Geschichte

Uranos und Gaia waren die göttlichen Urkräfte am Anfang alles Seins. Gaia stand für die Erde und zeugte Uranos, den Himmel mit all seinen Gestirnen, aus sich selbst, auf das er sie beschütze, auf ewig umhülle und den Göttern als Sitz diene. Er war Urvater des gesamten griechischen Göttergeschlechts. Aus seiner Verbindung mit Gaia gingen die Titanen (siehe auch Saturn), die Kyklopen (einäugige Riesen) und die "Hundertarmigen" hervor. Letztere waren von solch furchtbaren Anblick, dass Uranos sie zurück in die Erde verbannte. Als Gaia bemerkte, wie sehr ihre Muttergefühle darunter litten, erbat sie von ihren Kindern Hilfe und forderte sie auf, sie zu rächen. Kronos, der Jüngste und Kämpferischste  der Titanen, kam dieser Bitte nach und entmannte seinen Vater mit einer eisernen Sichel. Aus dem dabei vergossenen Blut des Uranos entstanden u.a. die Giganten und die Göttin Aphrodite, welche vor Zypern aus dem aufschäumenden Meer trat. Danach wurde Kronos Herrscher der Welt, wenngleich ihm durch Uranos, der von nun an als die Zeit galt, der Untergang der Titanen vorhergesagt wurde. 

Bis 1781 waren nur 6 Planeten unseres Sonnensystems bekannt. In diesem Jahr, genauer am Abend des 13. März, richtete F.W. Herschel (1738 - 1822) sein selbstgebautes Spiegelteleskop wieder einmal für Beobachtungen auf den Nachthimmel. Herschel stammte aus Hannover und arbeitete seit 1759 als Astronom in England. Sein Anliegen in dieser Nacht war es, Fixsternparallaxen zu messen. So fiel sein Blick auch auf ein Gebiet im Sternbild Stier und er bemerkte ein Objekt, bei dem es sich nicht um einen Stern handeln konnte. Zunächst glaubte der Astronom einen Kometen entdeckt zu haben, doch sehr bald stellte sich heraus, dass ein weiterer Planet - Uranus - gefunden war. Interessanterweise fand man nun in einer Reihe von älteren Sternkatalogen und Beobachtungsberichten diesen Planeten wieder, allerdings als Stern verzeichnet, so schon 1690 in der Sternkarte des Astronomen Flamsteed

 
F.W. Herschel   Herschels Spiegelteleskop
 

Herschel glaubte sogar, sechs Monde dieses Planeten entdeckt zu haben. Allerdings irrte er bei vier Objekte, die wahrscheinlich leuchtschwache Fixsterne in der Umgebung des Uranus waren. Dennoch war seine Entdeckung ein Aufsehen erregendes Ereignis - und das nicht nur in der Fachwelt, für die nun ein neues Zeitalter angebrochen schien. Auch in der Öffentlichkeit fand dieser neuer Planet Beachtung. In doppelter Entfernung des Saturn war ein weiteres Mitglied der Planetenfamilie gefunden ! Und das nach so vielen Jahrhunderten. Herschel hing ab diesem Zeitpunkt seinen Nebenberuf des Musikers an den Nagel, widmete sich ausschließlich der Astronomie und wurde auf diesem Gebiet zum bedeutendsten Forscher seiner Zeit.

Physik

Uranus ist der siebte Planet in unserem Sonnensystem. Durch Methankristalle, den Wasserstoff und das Helium in seiner dünne Atmosphäre leuchtet dieser Riese, der fast 15 mal schwerer ist als unsere Erde, grünlich blau. Man geht davon aus, dass in seinem Innern ein fester, eisenhaltiger Gesteinskern sitzt, der etwa die Größe unserer Erde hat und von dicken Schichten aus gefrorenem Wasser, Ammoniak und Methan umgeben ist. 

 

     

 

Bemerkenswert ist die Lage seiner Rotationsachse. Sie steht nicht senkrecht auf der Bahnebene des Planeten, sondern liegt fast in ihr (die Neigung beträgt 98o), wodurch Neptun seinen Sonnenumlauf wie ein Ball "rollend" vollzieht. Da er jedoch nicht ganz auf seiner "Seite" zu liegen kommt, tastet die Sonne im Laufe eines Uranusjahres jeden Punkt an seiner Oberfläche ab, d.h. an jedem Ort steht die Sonne einmal im Zenit. Für eine Sonnenumrundung benötigt Uranus 84 Erdenjahre. An seinen Polen herrschen 42 Erdenjahre lang Tag und die gleiche Zeit Nacht. Die Tagesrotation seiner Oberfläche beträgt etwa 17 Stunden.  Wie schnell sich der darunter liegende Planetenkörper dreht ist noch nicht sicher, denn die Bewegung der äußeren Wolkenschichten könnte auch allein von Stürmen hervorgerufen werden. 

 

Der Planet besitzt elf feine Ringe, die aus großen Felsbrocken und fein verteiltem Staun bestehen. Wahrscheinlich wird dieser Ring, ähnlich wie beim Jupiter, von einem Teil seiner Monde stabil gehalten. 

Bis heute kennt man über 15 Satelliten, von denen die größten 5 strahlende Namen tragen: Oberon, Titania (das Herrscherpaar der Elfen), Ariel (der Luftgeist), Umbriel (der Erdgeist) und Miranda

Die Monde Oberon und Titania entdeckte bereits 1787 Herschel selbst, William Lassell fand 1851 Ariel und Umbriel und erst 1948 spürte der amerikanische Astronom Gerard Peter Kuiper Miranda auf fotografischen Bildern auf. Die Existenz aller anderen Monde wurden durch die Sonde Voyager 2 nachgewiesen, die den Uranus 1986 passierte.

 

Uranusmond Oberon Uranusmond Titania

Uranusmond Ariel Uranusmond Umbriel

 

Unter günstigsten Bedingungen und bei genauer Kenntnis seiner Position kann Uranus gerade noch mit bloßem Auge gesehen werden. Doch auch im Fernglas und in kleiner Teleskopen bleibt dieser Planet ein Lichtpunkt ohne erkennbare Einzelheiten - dafür ist er einfach zu weit von uns entfernt. Seine Wolkenstruktur bleibt den Astronomen großer Observatorien und Raumsonden vorbehalten. 

Trotzdem kann seine Beobachtung eine Herausforderung sein, gerade weil Uranus so weit entfernt ist. Treten Sie also in die Fußstapfen von Herschel und identifizieren Sie den Planeten eindeutig am Himmel. Zunächst benötigen Sie die genaue Position (Jahrbücher geben Auskunft). Danach übertragen Sie den Wert in eine Sternkarte und vergleichen die so entstandene Himmelsgegend mit ihrer Beobachtung am Firmament. An den nächsten Abenden sollte sich seine, von Ihnen neuverzeichnete, Position verändert haben. Ist das der Fall, so haben Sie tatsächlich Uranus beobachtet und können mit Recht stolz auf sich sein (was absolut ernst gemeint ist !). Sein Auffinden und die Aufzeichnung seiner Bewegung vor den Fixsternen kann eine schöne Übung sein, die schon weit über das einfache "Schauen in den Nachthimmel" hinausgeht. Etwas Geduld muss natürlich aufgebracht werden, denn Uranus "rast" nicht gerade über den Himmel.

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