Home - Themenseiten - Unser Sonnensystem - Der Planet Venus

Allgemeine Informationen
| Durchmesser | 12 104 km (rund 95 % der Erde) |
| Masse | 4.8 ·10 24 kg (85 % des Volumens der Erde) |
| Dichte | 5240 kg/m3 |
| Mittlere Entfernung von der Sonne | 108,2 . 106 km (0,72 AE) |
| Umlaufzeit um die Sonne | rund 224 Tage |
| Dauer der Eigenrotation | 243 Tage |
| Temperatur an der Oberfläche | 475oC |
| Atmosphäre | Kohlendioxyd, Stickstoff |
| Monde | 0 |
|
Geschichte
Auf Abbildungen und Skulpturen wurde sie Anfangs noch bekleidet dargestellt, doch schon im 4. Jh. v. Chr. begann man ihre Hüllen fallen zu lassen, wodurch sie entweder halb oder ganz nackt war. Im Mittelalter bot man diesem "Treiben" Einhalt und sie wurde zum Symbol der irdischen Liebe, der Wolllust und der weltlichen Laster überhaupt. Erst in der Renaissance stieg Venus wieder als Göttin der Schönheit und der Liebe empor. Maler wurden nicht müde, Szenen aus ihrem Leben in Kunstwerke zu verwandeln - die "Schlummernde Venus" von Tizian, "Venus und Amor" von Cranach und die "Geburt der Venus" von Botticelli zeugen davon. "Das Urteil des Paris" wurde wohl zu einem der beliebtesten Themen. Aber auch Literaten wie Sappho, Euripides und sogar Shakespeare nahmen sich dieser Göttergestalt an. Da die Venus oft so hell "strahlt" (sie reflektiert natürlich auch nur das Sonnenlicht), war sie nicht nur am Abend oder Morgenhimmel ein faszinierender Anblick, sondern überraschte mit ihrem Erscheinen sogar am Tageshimmel und war so für die Menschen aller Zeitepochen ein außergewöhnliches und reizvolles Ereignis. 1610 begann Galileo Galilei die Venus über einen längeren Zeitraum zu beobachten und stellte fest, dass sich ihre sichtbare Gestalt veränderte. Er erkannte die Schwankungen in ihrer Größe und beschrieb Sichelbildungen, die ähnlich unserem Erdmond waren. Noch war es ihm unmöglich, diese Erscheinungen zu erklären. Im 18. Jahrhundert begann man die Venus mit optischen Hilfsmitteln zu betrachten, ohne jedoch Oberflächeneinzelheiten erkennen zu können. Man schloss schon damals daraus, dass dieser Planet von einer dichten Atmosphäre umschlossen sein musste. Leider war es dadurch auch unmöglich, ihre Rotationsdauer zu bestimmen und man ergoss sich in wilden Spekulationen. Auch immer wieder verfeinerte spektroskopische Untersuchungen konnten die Natur dieses Planeten nicht entgültig erklären. Man war an die Grenzen einer rein irdischen Beobachtung gestoßen. Unser heutiges Wissen über die Venus verdanken wir eine großen Anzahl von gestarteten Raumsonden, die den Planeten untersuchen sollten. Physikalische Daten
Alles in allem ist die Venus also ein sehr unwirklicher und lebensfeindlicher Planet. Interessant ist, dass der Planet selbst rund 243 Tage für eine Umdrehung benötigt, die Wolken ihrer Atmosphäre hingegen sich in nur knapp 4 Tagen um die Venus herum bewegen. Die Eigenrotation der Venus verläuft von Ost nach West. Die Sonne geht auf ihr also im Westen auf und im Osten unter. Nach einem Sonnenuntergang vergehen dann aber rund 118 Tagen bis zu ihrem nächsten Erscheinen. Raumsonden konnten durch Radaruntersuchungen die gesamte Oberfläche der Venus kartographieren. Die Aufnahmen ihrer Oberfläche im oberen Teil dieser Seite sind somit keine "echten" Fotos, sondern wurden aus Radarabtastungen der Raumsonde "Magellan" rekonstruiert. Venus an unserem Himmel
Mehr Informationen zur Entstehung der Venusphasen ? Die Venus gehört, ebenso wie Merkur, zu den inneren Planeten, d.h. ihre Umlaufbahn liegt zwischen der der Erde und unserem Zentralgestirn. Dadurch steht sie, von uns aus gesehen, entweder rechts oder links von der Sonne und erreicht dabei einen maximalen Winkelabstand von 47o (nicht mit dem Phasenwinkel j zu verwechseln !). Auf Grund dieser "Pendelbewegung" geht sie manchmal vor der Sonne im Osten (als Morgenstern) oder nach deren Untergang im Westen (als Abendstern) auf. Die Höhe der Venus über dem Horizont ist begrenzt, was aus der nachfolgenden Grafik deutlich hervorgeht.
|
|||||||||||||||||||||||||||
© by Richard Nachtigall 2002-2006
Die konzeptionelle und gestalterische Darstellung dieser Seite unterliegt dem Copyright im Sinne des Urheberrechts ! Das gesamte oder teilweise Kopieren der Grafiken und der Texte ist nicht erlaubt und die inhaltliche Umsetzung auf dieser Seite darf in keiner Weise für kommerzielle Zwecke genutzt werden !
Berlin, im September 2002