Die Grundlagen für die
Urknalltheorie
Als Grundlage für die
folgenden Theorien dienen drei wichtige Anhaltspunkte:
1.
Durch die Rotverschiebung innerhalb der Spektren von Galaxien, kann auf eine
Expansion des Universums geschlossen werden, die wir selbst zwar nicht
direkt beobachten, jedoch die relative Geschwindigkeit berechnen können, mit
der sich Galaxien von uns entfernen. Was heute auseinanderstrebt, muss
einmal näher beieinander gewesen sein.

2. Das Vorhandensein der in den
1960er Jahren entdeckten "kosmischen Hintergrundstrahlung". Sie ist ein
nachweisbareres "Überbleibsel" von Vorgängen zu Zeiten der Entstehung des
Universums und stützt dessen heutige, wissenschaftliche Theorie.
3. Die aktuelle Verteilung und die
Menge der Elemente im Kosmos lässt Rückschlüsse auf einen einstigen Zustand
zu. So konnten zum Beispiel die Sterne, die heute im All vorhandene Menge
von Helium allein nicht produzieren.
Und doch etwas: die ältesten von uns
beobachteten Objekte (Quasare: Kerne aktiver und extrem helle Galaxien, in
deren Innern sich ein Schwarzes Loch befindet) sind rund 14 Milliarden Jahre
weit entfernt. Da wir mit einem Blick auf sie in die Vergangenheit sehen,
auf einen Zustand, der einst existierte, stellen diese Objekte indirekt eine
grobe Skala für die räumliche Ausdehnung und das Alter des Universums dar.
Man muss natürlich berücksichtigen, dass sich das All vermutlich nicht immer
gleichförmig ausgebreitet hat, dass es Phasen der langsameren und vor allem
schnelleren Expansion gab. Das All ist somit wahrscheinlich jünger,
vielleicht aber auch älter als die entfernteste Objekte alt sind. Da wir
aber die Anfangsbedingungen des Universums physikalisch nicht beschreiben
können, bleiben Aussagen über das Alter des Universums bisher unsicher.
Der
Urknall
0,000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 1
Sekunden nach dem "Nichts"
Zu einem, für uns physikalisch nicht
beschreibbaren Zeitpunkt vor 13,7 Milliarden Jahren, den man "Planck-Ära"
nennt, entstanden in einer Billion-Billion-Billionstel Sekunde Raum, Zeit,
elektrisch geladene Teilchen und Unmengen von Strahlung. Wir sprechen vom
"big bang" oder dem "Urknall". Das soeben entstanden Universum war extrem
dicht und heiß (etwa 100 Milliarden Kelvin) und begann sich sofort
schubweise auszudehnen.
Nur eine Zehntelsekunde später sank die
Temperatur bereits auf 30 Milliarden Kelvin und fiel weiter. Die "Urkraft",
von der wir bis heute nicht wissen, was sie war, spaltete sich in die bis
heute wirkenden und alles bestimmenden Kräfte: die Gravitations-, die
starke-, die schwache- und die elektromagnetische Kraft. Nur dadurch war es
erhaltengebliebenen Teilchen möglich, miteinander in nuklearen Reaktionen zu
interagieren und so die Kerne der Elemente Helium und Wasserstoff (im
Verhältnis 25 zu 75%) entstehen zu lassen.
Das Weltall ist zu diesem Zeitpunkt 3
Minuten und 46 Sekunden alt. Die Materie hatte gegenüber der Antimaterie
"gesiegt", ein sehr bedeutsamer Umstand, denn ohne den geringen Überschuss
an Materie, würde es uns überhaupt nicht geben. Alles hätte sich gegenseitig
zerstört. Innerhalb von 15 Minuten war der Großteil der heute im All
vorhandenen Wasserstoff- und Heliumkerne gebildet. An diesem Punkt greifen
bereits die uns bekannten Naturgesetze. Die spektakuläre Phase 1 der
Entwicklung war abgeschlossen.
Das nun vorhandene, noch undurchsichtige
Universum, wurde durch stetige und heftige Wechselwirkungen zwischen
Strahlung und Materie geprägt, wodurch noch kein einziges Atom hatte
gebildet werden können. Erst nach 380 000 Jahren Existenz, war die
Temperatur des Alls auf 6000 Grad Celsius gefallen (so heiß ist es übrigens
auf der Oberfläche unserer Sonne).
Nun konnten sich Elektronen mit
Wasserstoff-, Helium- und Lithiumkernen zu Atomen verbinden. Geladene
Teilchen wurden verdrängt. Materie und Strahlung hatten sich von einander
gelöst. Der "kosmische Urnebel" wurde lichtdurchlässig, denn Lichtteilchen
konnte sich endlich in alle Richtungen ausbreiten. Die Wellenlänge der
damals vorhanden Photonen wurde im Laufe der Zeit durch die Ausdehnung des
Universums gestreckt. Dieser "Hintergrundstrahlung" im Mikrowellenbereich
erreicht uns heute, mit einer Temperatur von nur noch 2,7 Kelvin, aus allen
Richtungen des Alls.
Anschließend dauerte es mindestens 1
Million Jahre, bis sich durch gravitative Kräfte Materiehaufen bilden
konnten. In diesen, sich immer weiter verdichtenden, gigantischen Gaswolken
bildeten sich nach 1 Milliarde Jahre die ersten Sterne, Kugelsternhaufen und
später, in noch immer nicht vollständig geklärter Weise, die ersten
Galaxien.

Die Sterne produzieren in ihrem Innern
von nun an auch die schwereren Elemente, wie Kohlenstoff und Eisen. Später
explodierten massereichere Sterne, sich selbstvernichtend, bei
Supernovaausbrüchen und weitere schwere Elemente, wie Gold, Blei und Uran
entstanden und wurden ins All hinausgeschleudert. Sie dienten und dienen der
nächsten Generation von Objekten als Rohstoff.
Nach 2 bis 6 Milliarden Jahren taucht
auch unsere Milchstraße, die Galaxis, auf und unzählige andere Galaxien
verteilen sich im All.
Und wieder Milliarden Jahre später
schlossen sich Atome zu Molekülen zusammen, die wiederum der Grundbaustein
des Lebens sind, wie wir es heute kennen.
Irgendwo in diesem All gab es auch eine
Materiesansammlung, die vor 4,6 Milliarden Jahren einen Stern entstehen
ließ, den wir Sonne nennen. Um ihn herum verdichteten sich Materie, deren
Menge nicht für einen Stern ausreichte, aber die Planeten bildete. Unser
Sonnensystem war geboren.
Erst 10,7 Milliarden Jahre nach dem
Urknall entwickelt sich das erste Leben auf unserem Planeten.
Heute, 13,7 Milliarden Jahre nach dem
Nullpunkt, blicken wir mit unserem Verstand auf zu den Sternen und stellen
uns die Frage, wer und wo wir sind.
Wie
sieht unser heutiges Bild vom Universum aus ?
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