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Beobachtung des Erdmondes
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Der Mond ist der einzige Himmelskörper, auf dem schon mit bloßem Auge eine Vielzahl von Einzelheiten gesehen werden können. In einem 9fach vergrößerndem Fernglas verringert sich unsere Distanz zu ihm bereits auf rund 48 000 Kilometer und bei Vergrößerungen in einem Teleskop zeigt sich uns nur noch ein Teil des gesamten Mondkörpers. Mit einem starken Fernglas können schon Oberflächeneinzelheiten gesehen werden, die nur eine Ausdehnung von etwa 30 Kilometern haben ! Die beste Beobachtungszeit von Mondeinzelheiten mit dem Fernglas liegt nicht etwa in der Zeit des Vollmondes, wie man annehmen könnte, da er in jener Phase das meiste Licht reflektiert, sondern zum Zeitpunkt des "Halbmondes", da das Sonnenlicht in einem Winkel auf die Oberfläche fällt, der große Schatten um die Krater und Gebirge wirft. Einen besonders schönen Anblick bietet sich uns an der Grenze (Terminator) zwischen beleuchtetem und dunklem Teil. Innerhalb einer kurzen Zeit wandert diese Lichtgrenze Stück für Stück und die eben noch betrachtete Landschaft hat sich verändert. Seine Oberflächenstruktur verdankt der Mond eingefallenen Meteoriten, die große und kleine Krater in ihn rissen. Er besitzt Ringgebirge, (mit Bergen, die unsere irdischen Vertreter manchmal weit überragen) Hochländer, tiefe Gräben und riesige Ebenengebiete, die auch als Mare bezeichnet werden, hielt man sie ursprünglich doch für mit wassergefüllte Meere. Gebildet wurden auch sie durch Meteoriteneinfälle und sich ehemals ausbreitender Lava. Machen wir nun mit unserem Fernglas einen kleinen Spaziergang über die Mondoberfläche. Die Tagesangaben beziehen sich auf die Abfolge nach Neumond. Am Ende der Seite finden Sie eine Karte mit den wichtigsten Mondlandschaften. Für genauere Beobachtungen empfiehlt sich allerdings ein spezieller Atlas, den Sie in verschiedenen Ausführungen im Buchhandel erhalten. nach etwa 2 Tagen: Mare Crisium - das "Meer der Gefahren" ist eine große, ovale Fläche im Norden und stellt eine Wallebene mit Breiten von fast 600 km dar, an deren westlicher Seite der bekannte Picard Krater zu erkennen ist; südlich dieses Gebietes finden sich vier schöne Riesenkrater. nach etwa 4 Tagen: Mare Foecundidatis - das "Meer der Fruchtbarkeit"; östlich davon der Riesenkrater Langrenus - westlich die Krater Gutenberg und Goclenius nach etwa 5 Tagen: Mare Serenitatis - das "Meer der Heiterkeit" - darüber die Riesenkrater Aristoteles und Eudoxus Mare Tranquillitatis - das "Meer der Ruhe" südlich anschließend; viele kleine Krater im Innern Mare Nectaris - das "Meer des Nektars" ist eingebettet in ein zersprengtes Bergland bis in die südliche Sichelspitze, westlich davon der Altai und die großen Krater Theophilus, Cyrillus und Catharina am 6.Tag: das bis in den Süden verlaufende Bergland offenbart unzählige Krater unterschiedlichster Form und Größe am 8. Tag: die Sonne beleuchtet die Hälfte des Mondes (Erstes Viertel) Mare Serenitatis ist vollständig zu sehen und an seiner Ostseite erheben sich deutlich zu erkennende Kettengebirge: der Kaukasus und ein Teil der Apenninen - an seiner südwestlichen Seite das Haemusgebirge nach etwa 9 Tagen: Mare Imbrium - das "Meer des Regens" taucht aus dem Dunkel hervor; nördlich von ihm finden sich die Alpen, die im Fernrohr ein querverlaufendes Tal offenbaren, den Quertales Riss, welcher etwa 180 Kilometer lang ist; südlicher liegt Mare Vaporum nach etwa 10 Tagen: fast im Norden liegt Plato, eine sehr dunkle Ebene, die etwa 101 Kilometer groß ist, im Westen wurde ein Abschnitt seines Walles durch ein Abrutschen von Gestein abgetrennt; links unterhalb davon, direkt an der Schattengrenze, findet sich der doppelte Bogen des Sinus Iridium (auch: Regenbogenbucht); am Südwestende des Mare Imbrium liegt das Karpatengebirge und unter diesem das wohl schönste Objekt auf unserem Mond: das Ringgebirge Copernicus, das relativ jung ist und einen Durchmesser von etwa 93 Kilometern besitzt und Tiefen bis 3760 Metern erreicht, seine Wälle steigen dagegen rund 900 Meter in die Höhe; anderthalb Tage vor und nach dem ersten Viertel liegt der Terminator genau über Copernicus - wenn man etwas Zeit investiert lässt sich kurz vor dem Aufgang der Sonne oder direkt nach deren Aufgang ein wunderschönes Schattenspiel in diesem Gebirge beobachten; im Süden wird Mare Nubium, das "Wolkenmeer", sichtbar und unter diesem zeigen sich uns große Kratergebilde, so Pilatus, Tycho (der etwa 85 Kilometer hoch ist und von dem aus sich Strahlen weit über die Mondoberfläche verteilen, was bei Vollmond besonders gut zu beobachten ist) und etwas südlich Clavius, eines der größten Ringgebirge mit einem Durchmesser von rund 255 Kilometern; auch in seinem Innern finden sich eine große Anzahl von kleineren Kratern; im Mare Imbrium tauchen eine Vielzahl von großen Kratern auf (Aristillus, Autolycus, Archimedes) und Ringgebirgen (Ptolemäus, Alphonsus, Arzachel) in den darauffolgenden Tagen: der Mond nähert sich seiner vollbeleuchteten Phase (Vollmond), scharfe, kontrastreiche Kanten verschwinden in dieser Lichtflut, die Sonne überstrahlt alle bisher gesehenen Feinheiten seiner Oberfläche; so liegen auch das Mare Prcellarum, das "Meer der Stürme", und Mare Humorum weit, aber beinahe strukturlos vor uns; es sei noch auf die Krater Aristarchus (hellster Krater des Mondes mit einem Zentralberg in seinem Innern) und Herodotus (von dem ein 160 Kilometer langes Tal - Schröter Tales - ausgeht, welches fast 1000 Meter tief und 500 Meter breit ist) hingewiesen ab dem 15. Tag: nimmt der Vollmond wieder ab und die Beobachtungsmöglichkeiten aller beschriebenen Objekte wiederholen sich - nur in umgekehrter Reihenfolge und gewechselter Schattenrichtung; die Lichtgrenzen sind fast identisch (16.Tag entspricht dem 2.Tag); am 22 Tag haben wir wieder Halbmond - das Letzte Viertel ist erreicht; die Sichel wird immer schmaler und der Mond wechselt zur Morgensichtbarkeit, in der er erneut seine Neumondposition einnimmt |
die wichtigsten Mondlandschaften
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1- Mare Serenitatis 2- Mare Tranquillitatis 3- Mare Nectaris 4- Mare Crisium 5- Mare Foecundidatis 6- Altai 7- Haemusgebirge 8- Kaukasus 9- Apenninen 10- Alpen 11- Plato 12- Mare Vaporum 13- Mare Imbrium 14- Sinus Iridium 15- Karpaten 16- Copernicus 17- Aristarchus 18- Herodotus 19- Kepler 20- Oceanus Procellarum 21- Mare Nubium 22- Mare Humorum 23- Pilatus 24- Tycho 25- Clavius 26- Schickard 27- Archimedes 28- Eratosthenes
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Berlin, im September 2002