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Geschichte

Die Sonne ist nicht nur das hellste und scheinbar größte Objekt an unserem Himmel, sondern auch das am stärksten wahrgenommene, denn ihre enorme Licht und Wärmestrahlung wirkt direkt auf uns und im Gegensatz zu anderen Himmelskörpern können wir unseren Stern hautnah spüren. So wundert es nicht, dass sie vor allen anderen Gestirnen einen Platz in mythologischen und göttlichen Hierarchien der Menschen besaß. 

Griechen und Römer sahen in ihr den mächtigen Gott Helios und Sol, der mit seinem Sonnenwagen lebensspendend täglich den Himmel von Ost nach West überquerte. In Ägypten kannte sie viele Namen, so verehrte man den Sonnengott Ra oder glaubte, die Sonne werde jeden Morgen von einer Himmelsgöttin neu an den Himmel gebracht. Wurde sie vom Mond verdunkelt, nahm man an, die Gottheiten seien erzürnt oder das Ende der Welt sei nahe. Doch schon frühe Astronomen (Astrologen) durchschauten dieses Lichtspiel am Himmel, erkannten Regelmäßigkeiten, konnten so Finsternisse vorhersagen und beeindruckten Herrscher und deren Untergebene, wodurch dem Kult um die Sonne, um die Sterne insgesamt, Vorschub geleistet wurde. Noch im 15. Jahrhundert v.u.Z. erklärte Amenophis IV. Aton zum einzigen Herrscher über die Sonnenscheibe. 500 v.u.Z. kam man im alten Griechenland erstmalig dazu, die Sonne nicht nur als mythisches, sonder auch als reales Objekt des uns umgebenden Weltalls zu betrachten.  Aristarch von Samos (320 bis 250 v.u.Z.) wagte es schon, die Erde aus ihrer geozentrisch angenommenen Mittelpunktstellung zu stoßen und sie unter all die anderen Planeten zu setzen, die um die Sonne kreisen. Leider widmete man ihm kein Gehör. Der Grieche gab im 2. Jahrhundert v.Chr. als Erster einen ungefähren Abstand der Sonne an: 10 Millionen Kilometer. Zwingend ergab sich, dass die Sonne sehr viel größer als die Erde sein musste, würde sie doch bei geringerem Umfang viel kleiner am Himmel zu sehen sein. Doch das noch immer beherrschende geozentrische Weltbild (die Erde als Mittelpunkt des Universums), verhinderte weitere Untersuchungen und Schlüsse. 

Erst durch die Erkenntnis eines heliozentrischen Weltbildes (die Sonne ist Mittelpunkt unseres Planetensystems) durch Nicolaus Copernicus im Jahre 1543, die Kepplerschen Planetengesetze, Galileis Dynamik- und Mechaniktheorien und die Erfindung von Fernrohren erlaubten ein genaueres Bild über unser Sonnensystem und die Sonne. 1672 gab Cassini den Sonnenabstand mit 138 Mill. Kilometern an, was dem heutigen Wert fast entspricht, und öffnete so die Tür für genauere Berechnungen und ein realistischeres Bild unsere kosmischen Umgebung. Isaac Newton lieferte mit seinem Gravitationsgesetz den Beweis dafür, dass die Bewegung aller Himmelskörper auf physikalischen Notwendigkeiten basieren und ermöglichte sogar im 19. Jahrhundert die Berechnung, der bis dahin unbekannten Planeten Uranus und Neptun. 

Durch die Gleichungen Albert Einsteins konnte man zu Beginn unseres Jahrhunderts erstmals berechnen, dass in unsere Sonne schon etwa 10 Mrd. Jahre Kernreaktionen ablaufen.

Heute stellt die Sonnenforschung einen eigenen Zweig in der Astronomie dar. Wir betrachten unser Zentralgestirn als einen uns einfach nur (und glücklicherweise) nahen Vertreter der "Spezies" Stern, der Rückschlüsse auf all die anderen Abermillionen Leuchtkugeln im Universum zulässt.

 

 

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Berlin, im September 2002